Kurzes Auftauchen zum Semesterende

So, jetzt hat auch mich diese spezielle Art von Realität eingeholt, die irgendwann einen notorischen Entschuldigungsbeitrag für eine längere Blog-Pause produziert. Wie mir schon vor einer Weile schwante, ließ der Semesterabschluss kaum Luft zum Lesen im Web – geschweige denn zum Schreiben. Doch nun ist’s geschafft: Die letzte Veranstaltung dieses Semesters ist vorüber.

Und so sehr mich das freut (ja, ich bin ganz schön ausgepowert), so merke ich seit zwei Tagen doch, dass ich mich schon jetzt auf das nächste Semester freue. Wie das?

Mit diesem Semester geht eine sehr intensive Phase zu Ende. Ein Jahr lang habe ich mit den Studenten des PR-Schwerpunktes in mehreren Veranstaltungen zusammengearbeitet. Und es war eine tolle Zusammenarbeit. Die ganze Gruppe (19 Leute) hat sich toll engagiert, und jeder einzelne hat sich weiterentwickelt. Die von dieser Gruppe organisierte und viel gelobte Tagung „Zukunft Online-PR“ ist nur ein Ertrag dieser Zeit. Nun beginnen die meisten ihre Diplomarbeit, und ich bin mir sicher, dass sie viele Wissens- und Erfahrungsspeicher auffüllen konnten, um guten Mutes in einem halben Jahr in den Arbeitsmarkt zu gehen.

Aber ich hatte geschrieben, dass ich mich auf das nächste Semester freue. Dann kommen die Studenten, die nun ein Semester lang Praxisluft schnupperten, wieder zurück an die Hochschule, also die Nachfolger der jetzigen Diplomanden. Genau genommen waren sie in den vergangenen beiden Wochen schon wieder hier, und wir haben in einem intensiven Seminar die Praxiserfahrungen diskutiert, haben Stärke/Schwächen-Profile erstellt und über die Nützlichkeit bisheriger Lehrveranstaltungen sowie die Wünsche für das weitere Studium gesprochen. So haben wir Dozenten wertvolle Hinweise für den Umbau unseres Diplomstudiengangs in einen Bachelor erhalten. Einige Ideen hierzu hatten wir in ein paar weit in den Abend ragenden Sitzungen erarbeitet – und haben dazu von den jetzigen Studenten sehr positives Feedback bekommen. Details dazu demnächst.

Sehr lange haben mein Kollege Lorenz-Meyer und ich in dieser Woche mit den Studies, die nun das Hauptstudium beginnen, auch über die beiden Schwerpunkte Online-Journalismus und PR diskutiert. Ich denke, es wurde allen klar, dass es sich hier um gründlich unterschiedliche Schuhe handelt. Hatte sich in den letzten beiden Jahren jeweils die Mehrheit der Studies für PR entschieden, so neigt sich diesmal die Waage ein bisschen stärker Richtung Journalismus. Unabhängig davon ist aber zu spüren, dass sich die meisten Studies nach dem Praxissemester nun richtig auf ihre letzten drei Semester an der Hochschule freuen. Besonders spannend für mich ist, dass ich mit diesem Jahrgang zum ersten Mal Studierende vom ersten Semester an kenne und ihre gesamte Entwicklung während des Studiums sehen kann.

Gut. Und was war noch in den vergangenen Tagen? Wir habe nach unserer Tagung sechs Diplomanden in eine hoffentlich tolle Zukunft verabschiedet. Die von mir Betreuten haben sich übrigens mit Blog Monitoring, der Online-Kommunikation politischer Kandidaten und Crossmedia im Corporate Publishing beschäftigt.

Ein wichtiger Ankerpunkt am Semesterende sind natürlich auch die Projektpräsentationen: Die Drittsemester haben für die Deutsche Welle online ein Dossier zu den Neuen Kriegen erstellt, die Siebtsemester ein Dossier zum Thema Hörbuch, das zur Leipziger Buchmesse auf swr.de veröffentlicht wird. Außerdem haben letztere Hauptschüler an die Hand genommen und ihnen vermittelt, wie man eine Online-Schülerzeitung macht. Und die Wissenschaftsjournalisten haben ein klassisches Printmagazin zu Biotech konzipiert und natürlich gefüllt. Die PR-Gruppe hat 15 Fallbeispiele für erste PR-Schritte von Unternehmen ins Web 2.0 untersucht, die Tagung organisiert und Ideen für das Fundraising für ein Projekt für behinderte Kinder in Südafrika gesammelt.

Und wie geht es in den nächsten Wochen weiter? Für mich steht ein Umzug an, dann die Benotung all der vielen Leistungen der Studenten und natürlich die Vorbereitung der nächsten Lehrveranstaltungen. Urlaub is‘ nicht. Aber das macht nix. Im Gegensatz zu der Kollegin aus der Mensa, mit der ich heute geplaudert habe, bekomme ich auch im März mein Gehalt. Sie erhält dagegen vom Studentenwerk immer nur einen Saisonvertrag. Und wenn keine Vorlesungen sind, muss sie zum Arbeitsamt. Prima, nicht war? So bleibt mein Mensa-Essen ein paar Cent billiger und das Arbeitslosengeld der Kollegin bezahlen wir alle gemeinsam.


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