Webquests: Kooperatives Lernen mit dem Internet

Heute habe ich mir eine kleine didaktische Weiterbildung verordnet und beschäftige mich mit Webquests. Abstrakt gesprochen handelt es sich dabei um ein konstruktivistisches, internetgestütztes Unterrichtsformat. Aha. Konkreter: Die Lernenden bekommen eine Aufgabe und – das ist das Entscheidende – bereits ausgewählte (Internet-)quellen, die zum Lösen der Aufgabe sinnvoll sind. Die Lernenden beschäftigen sich dann mit dem Material, strukturieren und gewichten es im Sinne der Aufgabenstellung und präsentieren dann die Ergebnisse. Eigentlich ein Vorgehen, das ich in Seminaren gelegentlich schon anwende, nur, dass ich bisher nicht wusste, dass das Webquests sind ;-)

Entscheidend dabei ist natürlich, dass die Lernenden bei diesem Ansatz sehr viel stärker selbst gesteuert lernen und der Lehrende nicht doziert, sondern eher diesen Lernprozess begleitet und unterstützt. Nebenbei erfolgt das Lernen kooperativ, die Lernenden arbeiten also im Team – eine Fähigkeit, die unter dem Schlagwort „Social Skills“ oft genug von Personalern bei Bewerbern eingefordert wird. In der Didaktik wird zudem davon ausgegangen, dass funktionierende Kleingruppen größere Lernfortschritte machen, als einzeln Lernende.

Im reinen Webquest sind auch die Ausgangssituation/Aufgabenstellung im Web publiziert. Das Ganze ist wohl vorwiegend für den Schulunterricht gedacht, aber ich sehe auch Einsatzmöglichkeiten in Seminaren / Übungen an Hochschulen – vorausgesetzt, die Studierenden haben Rechner mit Internet zur Verfügung. Gerade zu Themen wie Online-PR oder Web 2.0 dürfte dieser Ansatz interessant sein. Attraktiv daran finde ich u.a. auch, dass innerhalb eines Seminars mehrere Gruppen sich gleichzeitig mit unterschiedlichen Themen befassen können. Je nach Interesse lässt sich dann die Themenwahl steuern, während dann die Präsentation der Einzelthemen die gesamte Gruppe auf den Stand der Dinge bringt.

Noch ein paar interessante Quellen:

Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich eines der erwähnten Tools tatsächlich verwende. Im vergangenen Semester habe ich auch sehr gute Erfahrungen damit gemacht, für bestimmte Aufgabenstellungen Social Bookmarks vorzubereiten. Die Verknüpfung zur jeweiligen Aufgabe lässt sich mit Tags sehr einfach herstellen. Im Unterschied zum klassischen Webquest ist dann die Aufgabenstellung nicht online publiziert, sondern wird im Seminarraum besprochen, während die Quellen dann online sind.