Tipps zur Pressearbeit für KMU

Nachdem mich Jörg Petermann schon so nett zum Mitmachen beim 2. Business Blog Karneval aufgefordert hat – hier sind meine 2 Cent.

Da mit dem Business Blog Karneval vor allem kleine und mittlere Unternehmen angesprochen werden sollen, habe ich ein paar Tipps für die Zusammenarbeit mit den Medien gesammelt. Nach wie vor gehe ich davon aus, dass viele KMU mit Medienarbeit sowie in der Zusammenarbeit mit Agenturen nicht erfahren sind. An sie wende ich mich besonders. Die Tipps sind weder vollständig noch sortiert, sondern nur ein Mosaiksteinchen in der Diskussion.

  1. Medienarbeit ist Dienstleistung für Journalisten. Dazu gehört, sich erst mit deren Regeln und Anforderungen vertraut zu machen.
  2. Journalistische Recherche beginnt meist im Internet. Sorgen Sie also dafür, dass die wichtigsten Informationen zu ihrem Unternehmen übersichtlich präsentiert werden und einfach auffindbar sind. Pressemitteilungen sollten kurz vor ihrem Versand online stehen.
  3. Manche PR-Agenturen bieten ihren Kunden an, auf der Website der Agentur deren Presseinfos zu veröffentlichen. Ich halte dies für keinen Ersatz für einen Pressebereich auf der Unternehmens-Website.
  4. Meiden Sie Agenturen und Berater, die zu nahezu jedem Anlass eine Presseinformation schreiben wollen. Je nach Ressort wandern über 90 % der Presseinfos in den virtuellen Mülleimer.
  5. Die häufigsten Gründe für den Klick auf die „delete“-Taste: Zu wenig Nachrichtenwert, an den falschen Redakteur adressiert, schlecht geschrieben. Und spätestens die zweite nichtssagende Meldung landet im Spam-Filter.
  6. Pressemitteilungen sind Themenvorschläge, nicht mehr.
  7. Misstrauen Sie Agenturen, die mit großen Presseverteilern prahlen. Meist heißt das nur, dass sie vielen Journalisten auf die Nerven gehen.
  8. Sie müssen nicht in die FAZ oder ins manager magazin. Überlegen Sie selbst: Welche Medien beschäftigen sich überhaupt mit Themen wie dem Ihren? Sie werden in den meisten Fällen zu dem Schluss kommen, dass es nicht sinnvoll ist, die FAZ oder den Spiegel mit Ihren Presseinformationen zu beglücken.
  9. A propos beglücken: Redakteure haben genug Stress – telefonische Nachfragen, ob eine Presseinfo angekommen ist, sollte man sich tunlichst schenken.
  10. Die Statistik zeigt: Pressemitteilungen mit gutem Bildmaterial werden eher abgedruckt. Aber dieses bitte nie per Serienmail versenden, ein Link genügt vollkommen.
  11. Fachpresse benötigt Fachleute. Ein Interview mit Ihrem Entwicklungschef in einer Fachzeitschrift mit einer Auflage von 2.000 Exemplaren kann viel sinnvoller sein, als monatelang dafür zu kämpfen, dass das Handelsblatt zehn Zeilen über Ihr Unternehmen schreibt.
  12. Pressearbeit bedeutet nicht nur, Infos zu verschicken, sondern auch, für Journalisten unkompliziert erreichbar zu sein und Rechercheanfragen schnell, umfassend und ehrlich zu beantworten. Doch das haben nicht mal alle großen Unternehmen gelernt.

Entdecke mehr von Das Textdepot

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.