Etwas länger als einen Monat gab es nun das Cargo-Blog – ein Eventblog, das die Fachmesse „transport logistic 2007“ in München begleitete und von einem Aussteller, der SBB Cargo, gesponsert war. Nun ist das Projekt abgeschlossen und die Macher haben eine kleine Bilanz veröffentlicht:
„Mit durchschnittlich mehreren hundert Besucherinnen und Besuchern am Tag (865 war dabei der Spitzenwert) gehörte unser Blog von Anfang an zu den weniger als fünf Prozent deutschsprachigen Weblogs mit täglich 100 und mehr Besuchern. Dazu haben neben der Empfehlung und Verlinkung durch andere Blogs (dafür vielen Dank!) auch die Pressearbeit und Werbemaßnahmen auf der Messe beigetragen.“
Das Fallbeispiel des Cargo-Blogs zeigt aus meiner Sicht, dass auch zeitlich begrenzte Blogs funktioneren können und dass Business Weblogs gerade für eine kleine Community wie sie in der Business-to-Business-Kommunikation angetroffen wird, sinnvoll sein kann. Hier sehe ich die Chance, dass der Dialog mit Kunden und Interessenten über das Gespräch am Messestand hinaus intensiviert werden kann – und im Idealfall sogar einige erreicht werden, die die Messe gar nicht besuchen.
Drei weitere weitere Aspekte scheinen mir wichtig:
- Der große Aufwand, den ein Blog erfordert und von dem auch die Macher des Cargo Blogs berichten.
- Zusätzlich ist für ein zeitlich befristetes Projekt wohl mehr PR notwendig als für ein längerfristiges Blog, damit es wahrgenommen wird. Dies erfordert besonderes Fingerspitzengefühl und Erfahrung (die in diesem Fall Stefanie Berg von der Agentur conosco beigesteuert hat).
- Ein Weblog wie das Cargo-Blog kann als Begleitmedium eines Events eine Rolle übernehmen, die man sonst eher von den klassischen Medien (z.B. vom Handelsblatt zur Leipziger Buchmesse, hmja genauer: von Holzbrinck-Schülern) oder dem Veranstalter erwarten würde (z.B. der Frankfurter Buchmesse – mittlerweile offline, deshalb ein Link zu einer Besprechung). Schwierig ist bei einem solchen PR-Blog jedoch das inhaltliche Konzept. Soll das Blog die Themen der Messe komplett abdecken? Dann müsste man aber auch auf Wettbewerber eingehen. Oder soll das Ganze sich auf die Sicht des eigenen Unternehmens konzentieren? Dann besteht die Gefahr, dass das Projekt als einseitig oder/und vom eigentlichen Event abgehoben wahrgenommen wird. Mein Eindruck: Ein PR-Blog kann und muss nicht einen vollkommen unabhängigen Anspruch erwecken. Ich sehe die Herausforderung ähnlich wie im Corporate Publishing: Auch dort berichtet man nicht nur über die neuesten Aufträge und Produkte, sondern versucht einen weiteren Themenhorizont zu spannen. Die Cargo-Blogger haben dies zu erreichen versucht – allerdings für meinen Geschmack dennoch ein bisschen zu viel von SBB Cargo erzählt.
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