Fehler sind menschlich, und gelegentlich schleichen sie sich auch in Pressemitteilungen ein. Superpeinlich. Doch was tun? Offen kommunizieren und korrigieren. Mir sind zehn Tipps für den Notfall eingefallen:
- Die Korrektur muss so schnell wie möglich erfolgen.
- Sie muss an den selben Verteiler gehen.
- Bei tagesaktuellen Medien und wichtigen Korrekturen kann ein Anruf in Redaktionen sinnvoll sein. Doch Vorsicht: Da muss es schon eine sehr wichtige Meldung eines wichtigen Unternehmens bzw. ein gewaltiger Fehler sein. Der falsche Vorname eines Vorstandes rechtfertigt wohl keinen Anruf, der versehentlich verschickte Nachruf dagegen schon.
- Beim Mail-Versand: Die Korrektur-Mail muss vom selben Absender kommen, der natürlich wieder mit kompletter Signatur versendet.
- In den Betreff gehört eine auffällige Formulierung, möglichst mit Firmennamen und Thema, z.B. „Korrektur: Pressemitteilung der y-AG zur Hauptversammlung“.
- Ein erklärendes Anschreiben mit Entschuldigung ist zwingend.
- Es genügt nicht zu schreiben, dass sich im dritten Satz ein Fehler eingeschlichen hat und nur diesen dann nochmal korrekt dranzuhängen. Statt dessen ist es sinnvoll, ausdrücklich auf den Fehler hinzuweisen („statt xxx muss es yyy heißen“). Zusätzlich aber sollte die ganze (!) Meldung einfach verfügbar sein, also z.B. am Ende des Mails eingefügt werden (oder es wird ein Link auf die komplette Meldung im Web gelegt). Denn der Hinweis auf die vor fünf Stunden verschickte Presseinfo ist dem Journalisten, der zwischenzeitlich 40 andere Meldungen erhalten hat, keine große Hilfe.
- Die Korrektur muss sofort auch auf der Website vorgenommen werden.
- Wurde die Meldung auch über Dienstleister wie idw, news aktuell oder openPR versandt, muss natürlich auch hier zeitgleich die Meldung nochmal veröffentlicht werden, und zwar zwingend mit dem Hinweis auf die Korrektur.
- Da diese Dienstleister über ein Online-Archiv verfügen, muss sichergestellt sein, dass dort die falsche Meldung nicht neben der korrigierten bestehen bleibt.
Decken sich die Punkte mit Ihrem Vorgehen? Und an die Journalisten: Fühlen Sie sich gut bedient, wenn diese Punkte beachtet werden?
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