ARD: Zurechtgebogene Podcast-Studie?

„ARD-Studie belegt: Podcasts sind Ergänzung und nicht Konkurrenz fürs Radio – vor allem Informations- und Kulturprogramme können profitieren“

So lautet die Überschrift einer Pressemitteilung der ARD von gestern.  Hm, denke ich, „Ergänzung und nicht Konkurrenz“ – das klingt spannend. Beim näheren Lesen der Pressemitteilung komme ich aber darauf, dass es in der Studie offensichtlich ausschließlich darum geht, inwieweit Podcasts von ARD-Sendern das eigene Radioprogramm gefährden oder unterstützen. Befragt wurden dazu ausschließlich Hörer von ARD-Podcasts. Klar, dass dies herauskommt:

„Die Antworten belegen, dass es keine konkurrierende Beziehung zwischen Podcasts und Radioprogrammen gibt. Im Gegenteil: Die Hörfunkprogramme, und hier vor allem die Informations- und Kulturangebote der ARD, bieten Orientierung bei der Auswahl eines Podcasts. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Podcast abgerufen wird, ist umso höher, je profilierter das Angebot in dem Radioprogramm ist.“

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Ich behaupte: Gerade junge Hörer empfinden immer mehr Radioprogramme eben als nicht attraktiv (oder profiliert) und wandern deshalb ins Internet ab. Und dann sind Podcasts (oder andere Formate im Netz) schon Konkurrenz zum Radio. Aber dazu hätte man die Umfrage anders anlegen müssen, wie auch Jan Schmidt kommentiert. Die ARD wollte lieber ihre Nutzer befragen. Das ist ja ok. Aber die Überschrift ist dann ziemlich vermessen.

Hat eigentlich jemand diese Studie im Original gesehen, oder gibt es nur eine Presseinfo?

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