PR-Treffpunkt Second Life?

Seit einer Woche hat die PR-Agentur trimedia eine eigene Insel in Second Life. Ein halbes Jahr nach text100 wagt nun also auch eine europäische Agentur den Schritt ins Virtuelle. Ein trimedia-Mitarbeiter beschreibt das Projekt so:

„Auf „The Trimedia World“ verfolgen wir das Ziel, einen zentralen Treffpunkt von Bloggern, Medienschaffenden sowie PR & Marketing-Interessierten zu erschaffen. So planen wir in Zukunft Diskussionsrunden rund um das Thema PR 2.0 und Online-Journalismus in Second Life. Zudem möchten wir interessierte Journalisten, Blogger und Studenten einladen, auf unseren Pinwänden ihre Statements zur PR 2.0 und ihre eigenen Blogs zu posten. Ein virtueller Kiosk mit SL-Medien ist ebenfalls in Planung.“

Und auch trimedia-Kunden sollen in das Projekt einbezogen werden, heißt es in der Pressemitteilung:

Trimedia customers will be given the exclusive possibility of displaying their products or campaigns in the showroom of this building, with which an attention-getting presentation of their brands will be possible in three-dimensional space. The floating building, and its highly modern atmosphere, offers room for press conferences and meetings. And the site also makes its own coaching centre available, for individually personalised training.“

Ich bin sehr gespannt, wie sich die Sache entwickelt. Ob es gegenüber Kunden wirklich mal ein Argement ist, dass man ihnen Produktpräsentationen in SL ermöglicht und vor allem, ob es gelingt, auf eine kritische Masse von Usern zu kommen, die in SL als PR-Community aktiv sind. Für den Moment wird unser PR-Schwerpunkt außen vor bleiben, da aus meiner Sicht zunächst unsere eigenen Projekte (Blog & Wiki) und die grundständige PR-Ausbildung im Vordergrund stehen. Vielleicht gibt es aber zu einem späteren Zeitpunkt eine Kooperation.

Übrigens wird es im kommenden Semester auch in unserem Fachbereich ein SL-Projekt geben (nicht von mir betreut): Dort werden Studies des neuen Media-Fachbereichs (zu dem wir auch gehören) sich mit SL vertraut machen und Konzeptionen für einen virtuellen Mediencampus erstellen.

Mal sehen, wie sich dies entwickelt. Bisher – das gebe ich zu – bin ich eher skeptisch, ob SL eine längerfristige Bedeutung hat und halte SL im Vergleich zu den meisten anderen Web 2.0-Anwendungen am ehesten für einen Spielplatz. Aber vielleicht liege ich damit ja ganz daneben…

7 Kommentare

  1. Ich in mir nicht sicher, ob der Schritt in SL wirklich eine kluge Entscheidung war. Ich habe vor kurzem etwa eine halbe Stunde investiert (man gönnt sich ja sonst nichts) und mich in der trimedia-Dependance herum getrieben. Eine ziemlich öde, ernüchternde Erfahrung.
    Da sehe ich lieber Käse beim Reifen zu.

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  2. Ja, das meine ich mit dem „Problem der kritischen Masse“. In SL zu sein, bedeutet zunächst mal, ein leeres Gefäß zu schaffen. Die eigentliche Herausforderung ist, es mit Leben zu füllen – ob das gelingen kann, wenn das Gefäß schon geschaffen ist, wird spannend.

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  3. Gerade hatte ich ein Gespräch mit jemandem aus der CMS-Branche. Sein augenblickliches Fazit zu SL lautet sinngemäß: Ist wie mit dem Internet-Hype der 90er: Keiner weiß, wo es hingeht, aber jeder geht mit

    Sehe ich auch so. Inzwischen ist wohl schon einiges drin in SL, aber so richtig überkritisches Leben? Keine Ahnung, muss mir also endlich mal SL runterladen :-)

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  4. Ja, mach mal – dann siehst Du gleich, ob Dein Rechner up to date ist ;-)

    Ich hab’s ehrlich gesagt für den Moment wieder runtergeworfen und freue mich, einem Zeitfresser weniger ausgesetzt zu sein ;-)

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  5. Danke für den Hinweis. Beim ersten Querlesen habe ich das Papier als ganz hilfreiche Grundlage empfunden, allerdings fehlen – vermutlich auch mangels Erfahrung – Hinweise, wie eine Aktivität in SL wirklich mit Leben gefüllt wird – damit eben nicht hübsche, aber tote Landschaften entstehen. Ich vermute, hier sollte man noch bevor man etwas in SL plant, einige Supporter (bzw. Multiplikatoren) in RL gewinnen und diese in die Planung einbeziehen.

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