Seminarergänzung: Der Long Tail der Öffentlichkeit

Gestern habe ich in einem PR-Seminar Ergebnisse des PR-Trendmonitors vorgestellt (vgl. mein Posting von Montag). Ein Aspekt, den ich besonders auffällig fand: Die PR-Profis haben das Gefühl, ihre Ziele speziell in der Medienearbeit immer schlechter zu erreichen. Im Trendmonitor heißt es dazu:

„90 Prozent der Ziele in der Pressearbeit werden von den Pressestellen im Tagesgeschäft nur zu höchstens 50 Prozent erreicht. In der Befragung 2005 sah das noch besser aus: Das wichtigste Ziel der Pressestellen 2007 „Imageprofil in den Zielgruppen schärfen“ wird 2007 zu 43,3 Prozent im Tagesgeschäft erreicht, in 2005 waren es noch 58 Prozent. Das TOP-2-Ziel der Pressestellen „Bekanntheit systematisch ausbauen“ wird 2007 von den Pressestellen zu 45,6 Prozent im Tagesgeschäft erreicht, in 2005 waren es noch gute 58,2 Prozent.“

Als Gründe für die schlechtere Zielerreichung nennen die Befragten:

  • zu wenig Ressourcen
  • zu wenig Budget
  • zu viele Einzelmaßnahmen
  • zu wenig Strategie

Diese Ergebnisse, so habe ich gestern argumentiert, kratzen in gewisser Weise nur an der Oberfläche – den entscheidenden Grund, der hinter den beschriebenen Problemen steht, sehe ich im Wandel des Mediensystems und der geänderten Nutzung von Medien. In diesem Zusammenhang habe ich den Long Tail sowohl auf das Medienangebot wie auch auf die daraus resultierenden Öffentlichkeiten versucht anzuwenden. An der Entwicklung der Märkte von Fachzeitschriften, dem Corporate Publishing-Markt und natürlich anhand der Entwicklung von Online-Publikationen (Blogs & Co.) kann man aus meiner Sicht die zunehmende Bedeutung der Nischenkommunikation festmachen. Und diese macht natürlich klassische Pressearbeit schwieriger.

Da der Long Tail den meisten Seminarteilnehmern neu war, möchte ich meine Erklärung durch dieses Video ergänzen, in dem Chris Anderson selbst erklärt, was er unter seinem Konzept versteht.