Zerdeppertes in Graz

Update, 14.9.07, 16:30 Uhr: Das ging aber schnell: Die verantwortliche Landesrätin scheint einzulenken

Bei den Kollegen in Graz hängt der Haussegen nicht nur schief, da wurde innerhalb weniger Tage eine Menge zerdeppert. Nun kann man live beobachten, wie sich rund um die FH Joanneum eine Krise entwickelt, in die die Hochschule von der Politik (das Zutun der Hochschulleitung hierzu ist mir nicht ganz klar) manövriert wurde. Eine Situation, in der die beste Kommunikation kaum mehr nützen dürfte. Schaun wir mal, ob das ohne Rücktritte ablaufen wird. Zumindest dürften wohl Entscheidungen zu revidieren sein – nämlich die, Design- und Medienstudiengänge einfach mal aufs Land zu versetzen, weil’s dort mit der Hochschule bisher nicht so richtig funktioniert hat.

Worum es geht? Um eine Hochschule mit zwei Standorten: einem im quicklebendigen Graz und einem in Kapfenberg, das – hm – eher ländlich geprägt ist. Und weil der Standort Kapfenberg, der wohl aus regionalpolitischer Überlegung heraus gegründet worden war, nicht so richtig angenommen wird, wurde diese Woche ein toller Plan bekannt gegeben: Die besonders erfolgreichen Grazer Studiengänge sollen aufs Land verschickt werden. Dabei handelt es sich ausgerechnet um Medien- und Designstudiengänge, die auf dem Land wohl kaum funktionieren dürften.

Klar, dass nun ein scharfer Wind im Blätterwald weht, die politische Opposition und Betroffene heftig protestieren und das Ganze auch im Netz eine Menge Spuren hinterlässt. Hierauf war die Hochschule offenbar nicht vorbereitet. Flo, Absolvent eines der betroffenen Studiengänge, schreibt dazu:

„Die FH-Joanneum indes bevorzugt die gute alte sovjetische Kommunikationsstrategie. Sie schweigt. Auf der PR/Marketing-Website der FH sind keinerlei Informationen rund um die hochkochende Diskussion zu erhalten. Kein Statement, keine Informationen, kein Garnichts. Stattdessen gibts einen lobhudelnden Text mit dem in diesem Zusammenhang besonders inronischen Titel “Studierende fühlen sich an Fachhochschulen wohler als an Universitäten”. Manchmal passiert Kommunkation eben auch, wenn alle die Klappe halten. Worst Practise!“

Auch Kollege Heinz Wittenbrink dokumentiert das Drama in allen Akten. Dabei wollten wir uns eigentlich an einem schönen Oktobertag zusammensetzen und Erfahrungen zur Ausbildung zu Online-PR austauschen. Das müssen wir wohl verschieben.

3 Kommentare

  1. Das läßt die Unfähigkeit von Frau Vollath als Landesrätin erkennen. Heute noch so, ist morgen schon wieder alles ganz anders. :-(

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  2. @Vorgänger: In D. vermutlich auch nicht. Aber eine Änderung einer einmal getroffenen Entscheidung ist ja auch schon etwas.

    @Rol: Keine Beschimpfungen bitte. Aber nachgefragt: Kritisierst Du, dass die Landesrätin eine Entscheidung revidiert hat?

    Meiner Meinung ist die ursprüngliche Entscheidung und deren Kommunikation diskussionswürdig. Die Revision halte ich eigentlich für ein Zeichen eines gesunden politischen Prozesses (der nun auf für sie schmerzhaftere Art nachgeholt wird, da es offenbar zuvor keinen offenen Diskurs zum Thema gab).

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