Neues von GM: Jetzt auf Twitter und ein bemerkenswertes Themenmanagement

Dass General Motors (GM) im Web 2.0 sehr offensiv kommuniziert, ist nun keine Neuigkeit mehr. Gerade eben habe ich jedoch entdeckt (via), dass GM seit Januar auch Twitter einsetzt, vorwiegend, um Beiträge in den mittlerweile vier GM-Blogs anzuteasern. Damit ist GM möglicherweise das erste Großunternehmen, das mit Twitter systematisch als Publicity Network nutzt. (Kennt jemand noch andere große Firmen?) Vorteile aus meiner Sicht: Man bekommt als Abonnent schnell einen Überblick, was GM an verschiedenen Stellen im Netz publiziert. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass mittelfristig Mitarbeiter, Journalisten und Analysten einen solchen Kanal als nütztlich empfinden. Im Moment gibt’s jedoch nur 57 Abonnenten des Twitter Streams.

Die Twitter-Entdeckung brachte mich gerade zu einer anderen Frage: GM, war da nicht was? Richtig: Miese Zahlen und Abfindungsangebote für alle 74.000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter, die schlechter bezahlten Kollegen Platz machen sollen. Ein Thema für die GM-Blogger aus dem Top-Management? Ja und nein. Tatsächlich schreibt Bob Lutz am Tag des Outings auch einen Blogbeitrag. Mit dem aber verfolgt er eine bemerkenswerte Strategie: Er erklärt sehr nüchtern die Entwicklung der Verkaufszahlen. Wenn ich nix übersehen habe, verliert er über Mitarbeiter bzw. Arbeitsplätze kein Wort. Besonders erstaunlich: Bis jetzt gibt es dazu nur 26 Kommentare, und auch dort scheinen die Mitarbeiter bzw. die Lohnstrategie von GM kein Thema zu sein. Mich wundert, dass GM-Mitarbeiter diesen Kanal offensichtlich kaum nutzen. Und auch im eigenen Kanal der Mitarbeiter, dem GM-Workers Blog sind keine heißen Diskussionen am Laufen.

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6 Gedanken zu “Neues von GM: Jetzt auf Twitter und ein bemerkenswertes Themenmanagement

  1. I found your site on google blog search and read a few of your other posts. Keep up the good work. Just added your RSS feed to my feed reader. Look forward to reading more from you.

    – Sue.

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  2. Danke für den Hinweis zum Blogportal. Finde solche Portale sehr wichtig, da sie neben dem einen Feed Orientierung zum Angebot insgesamt geben.

    GM setzt Twitter mit dem erwähnten Account vordergründig ähnlich ein wie manche journalistischen Redaktionen (z.B. BBC) – vorwiegend als Distributionsdienst. Im Gegensatz zu den meisten Redaktionen folgt GMblogs aber auch anderen Twitter-Usern. Insofern scheint sich GM-Blogs als Teil eines sozialen Netzwerks zu verstehen. Auf diese Weise kann GM natürlich auch Informationen/Wünsche aus dem Twitter-Umfeld aufnehmen.

    Ein Vorteil von Twitter ist die Brücke zur mobilen Kommunikation: SMS als Alternative zu RSS. Noch ein Argument: Ein aggregierter RSS-Feed ist starr. Über einen Twitter-Account könnte man flexibler agieren, z.B. auf einen interessanten Diskussionsverlauf hinweisen – aber auch mal auf eine andere Ressource als einen eigenen Blogpost.

    Ob sich das Ganze jedoch bewährt, vermag ich nicht einzuschätzen. Im Moment ist das für mich ein Experimentierfeld. Am Ende entscheiden die Stakeholder (wobei ich vermute, dass beide Ansätze gut nebeneinander existieren können)

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