Wie findet man die Rosinen eines Blogs?

Cooles Tool: Mit aideRSS kann man Blogs genauer unter die Lupe nehmen – und sogar Feeds selektiv abonnieren. Doch der Reihe nach. Das Problem hat man ja oft – man entdeckt ein Blog, ist sich aber nicht so sicher, was es außer dem einen Beitrag, über den man gerade gestolpert ist, noch zu bieten hat. Manchmal muss man sich ziemlich lang durchklicken, um sich das zu erschließen. Manche abonnieren den Feed dann auf Probe und stecken ihn im Feedreeder in einen entsprechenden Quarantäne-Ordner. Bei der vorherigen Analyse eines Blogs kann aideRSS wertvolle Hilfe leisten: Das Tool versucht, die einflussreichsten Beiträge eines Weblogs herauszufiltern (genau genommen funktioniert das Tool natürlich für jeden RSS-Feed).

Dabei wird unterstellt, dass ein Beitrag besonders wichtig ist, wenn er oft kommentiert, verlinkt, gebookmarked und gediggt ist. Genau dem geht aideRSS nach und spuckt für jedes Blog mehrere Listen aus. Zum Beispiel die 20 wichtigsten Artikel. Hübsch übersichtlich werden zum Beispiel die 20 nach diesen Kriterien wichtigsten Posts ausgespuckt.

Ich habe das mal für das Textdepot gemacht:

AideRSS

Auf einen Blick sieht man für jeden Beitrag die Zahl der Kommentare, der eingehenden Links, der del.icio.us-Bookmarks und der Diggs. Ein Klick auf den „More“-Knopf zeigt übrigens die ersten Zeilen des jeweiligen Artikels.

Neben den allfälligen Statistiken (z.B. durchschnittliche Zahl der Beiträge pro Monat) gibt es ein Feature, das besonders spannend klingt: Die Möglichkeit, einen existierenden RSS-Feed zu filtern. Hierbei wird wieder das System der Relevanz angewandt.

RSS-Feeds filtern

Je nach Interesse kann man also steuern, ob man z.B. nur die Posts mit einer gewissen Relevanz geliefert haben möchte. Wie zuverlässig das Ganze im Dauerbetrieb ist, weiß ich noch nicht – und die Gewichtung der einzelnen Faktoren (Kommentare pro Beitrag, Bookmarks, Links) ist sicher Geschmacksache und für mich nicht durchsichtig.

Dennoch: Das Tool ist sowohl für Bloginteressierte auf Entdeckungstour wie für Journalisten oder PR-Leute, die z.B. auf der Suche nach Fachblogs sind, vermutlich eine große Hilfe. Erfahrungsberichte sind herzlich willkommen.

(via Communication Overtones)

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9 Gedanken zu “Wie findet man die Rosinen eines Blogs?

  1. Super Tipp! Danke. Hab das gleich mal bei mir verlinkt und auch ausprobiert. Interessant, dass diese Liste andere Beiträge hoch rankt als das etwa mein Statistik-Tool macht. Das liegt natürlich an den unterschiedlichen Parametern. Aber interessant so etwa zu sehen, welche Beiträge bei del.ici.o.us besonders gerne verlinkt werden und welche eher gediggt.

    Bei der Auswertung der Themen stelle ich dann fest, dass neben den diversen Listen (was zu erwarten war), vor allem die „weichen Themen“ punkten…

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  2. Die Idee ist echt cool und ich werde das Tool mal mit diversen Seiten testen, aber an sich ist es auch nur relevant, wenn die Blogs auch in den diversen Social-Media-Seiten vertreten sind, also eher nix fuer Nischen-Blogs.

    Greetings

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  3. Hallo Professor Pleil,
    ein interessantes Tool, auch wenn es noch nicht ganz ausgereift scheint. Häufig hat es Probleme mit der Analyse von Kommentaren und weiter zurückliegenden Posts (z.B. einfach mal Basic testen). Aber die Jungs scheinen ja noch recht am Anfang zu stehen.
    Liebe Grüße aus Stuttgart

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  4. Danke für die netten Feedbacks. Ein bisschen holprig ist das Tool tatsächlich, und die Frage der Relevanz einzelner Artikel ist natürlich schwer zu beantworten. Den gewählten kombinierten Ansatz finde ich aber zumindest spannend.

    Wer nach ein wenig Spielen mit dem Tool hier eine Zwischenbilanz abgeben (ob als Kommentar oder Trackback) möchte: ich freue mich darauf.

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  5. Wenn jetzt jeder nur noch die Sachen liest, die alle anderen toll finden und dann vielleicht noch darüber schreibt, dann wird doch die Blogwelt über kurz oder lang sehr einseitig. Oder?

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  6. Ich bin mir nicht sicher. Es so viele Informationen bzw. Artikel, dass man meiner Meinung darüber nachdenken muss, wie durch diese Flut navigiert. Empfehlungen anderer können da ein Ansatz sein. Wenn ich mal unterstelle, dass jeder – je nach seinen Interessen – ganz unterschiedlichen Empfehlungen folgt, verringert sich das beschriebene Risiko schon etwas. Anders ausdrückt: Jeder hat sein persönliches/individuelles soziales Netzwerk.

    Ideen wie die von AideRSS zielen meiner Meinung eher darauf ab, Neues zu entdecken – gemäß dem Motto: „Lieber abonniere ich aus einem Feed nur die wichtigsten Themen als gar nichts“.

    Insgesamt ist es wahrscheinlich keine Frage eines entweder/oder, sondern des persönlichen Informationsmenus. So habe ich z.B. nicht nur komplette Blogs abonniert und die Empfehlungen meines Netzwerkes, sondern auch bestimmte Schlagworte. Dadurch entdecke ich Artikel, die ich sonst nie wahrgenommen hätte (und bei denen es vollkommen egal ist, ob sie von anderen bereits diskutiert sind oder nicht).

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