PR-Profis mahnen Chefredakteur des PR-Journal ab

Eine erstaunliche Geschichte: Die Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK) mahnt Gerhard A. Pfeffer, Herausgeber des Branchennewsletters PR-Journal, ab. Dass Pfeffer die von den drei PR-Verbänden getragene PZOK seit längerem kritisch begleitet und dabei auch einmal polemisiert, ist nicht neu. Nun ist der PZOK aber offenbar die Hutschnur geplatzt,und sie hat zur juristischen Keule gegriffen: Pfeffer hatte der Organisation, die eigentlich die Aufgabe hat, den nichtuniversitären PR-Nachwuchs zu prüfen, Abzockerei vorgeworfen. Offensichtlich hatten sich in den strittigen Artikel „zwei falsche Angaben“ eingeschlichen, wie Pfeffer einräumt.

Eigentlich wäre es eine wunderbare Prüfungsfrage, was man als PR-Mensch in solch einem Fall tun sollte. Problem nur: Ein Prüfling, der „abmahnen“ antwortet, müsste wohl durchfallen. Gerhard Pfeffer schreibt dazu genüsslich:

„Mich erstaunt, dass und wie angebliche PR-Profis mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ein Anruf hätte genügt und ich hätte die zwei falschen Angaben korrigiert. So steht es übrigens auch in allen PR-Lehrmaterialien: man ruft an, schreibt einen Leserbrief oder eine Gegendarstellung – juristische Schritte wie Abmahnung oder Klage seien stets die Ultima ratio. Anscheinend habe ich mit dem Artikel den Nerv einiger Herren (…)  getroffen.“

Da die PZOK schon seit Monaten Schwierigkeiten hat, sich aufzustellen und mit ihrer eigentlichen Arbeit zu beginnen, ist diese Aktion für die PR-Branche insgesamt sicher nicht sehr hilfreich.

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4 Gedanken zu “PR-Profis mahnen Chefredakteur des PR-Journal ab

  1. Danke schön für den Hinweis. Wobei das „Fazit“ des BdP ja eigentlich nur belegen soll, dass die PZOK funktioniert. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Argumenten von Kritikern ist das nicht.

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  2. Warum greift Herr Pfeffer die PZOK an? Weil er Gesellschafter der DAPR ist, einmal Geschäftsführer dort war und somit ein Eigenintersse verfolgt. Es ist ein trauriges Spiel, was da abläuft. Es geht einzelnen Personen um ihre Pöstchen, wie die Gründung der AKOMM der Umc Potsdam eindeutig belegt.

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  3. Unabhängig davon, wie das Verhalten von Herrn Pfeffer einzuordnen ist, hat sich meiner Meinung die PZOK mit dieser Reaktion mit Blick auf die Außenwirkung dennoch keinen Gefallen getan.

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