Corporate Blog oder Presseinfo?

Social Times propagiert in einem aktuellen Beitrag, mit Hilfe eines Corporate Blogs die Medien zu umgehen und direkt mit Stakeholdern zu kommunizieren. Eigentlich ein alter Hut, das diskutieren wir ja schon seit ein paar Jahren. Nur: In der Praxis zähle das Corporate Blog zu den unterschätzten Möglichkeiten der Online-Kommunikation, meint auch ein Kommentator.

In einem Projekt untersuchen wir übrigens derzeit anhand eines DAX-Unternehmens, in welchen Situationen und bei welchen Themen das Blog zum Agenda-Setting besonders geeignet ist und wann eine Presseinfo erfolgversprechend ist. Wie klar wir diese Fragen beantworten können, muss sich noch zeigen (mehr dazu demnächst…). Wir denken aber, ein paar konkretere Anhaltspunkte liefern zu können.

Als grundsätzliche Argumente für ein Corporate Blog nennt Social Times jedenfalls:

Amplify’d from www.socialtimes.com

With a corporate blog, you can put your message out into the market in your own words, without having to worry about whether a journalist’s story will mention your competitors, interpret your findings differently (or question them entirely) or, quite frankly, say anything that you aren’t. You and your team craft the message, secure the requisite approvals and publish it on your own timeline. You may decide to promote it through the media (along with other channels), but ultimately, you are taking your message directly to your clients and prospects – i.e., the people who matter most to you. Your reach may not be as vast, but you know it will be highly relevant, a challenge that continues to vex even the most focused of PR efforts.

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7 Gedanken zu “Corporate Blog oder Presseinfo?

  1. Die Einschätzung, dass Corporate Blogs zu den „unterschätzten Möglichkeiten“ gehören, teile ich, gerade auch, was den Kulturbereich angeht, in dem wir tätig sind. Ich würde allerdings davor warnen, ein Blog als bloßen Verlautbarungskanal zu verstehen, wie das Zitat aus Social Times suggeriert. Wenn man das „Social“ bei den Social Media vernachlässigt, kann man die Potenziale dieser Kommunikationsformen nicht ausschöpfen.

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    1. Ja, da stimme ich absolut zu: Es ist eine andere Haltung, ob ich blogge oder eine Presseinfo veröffentliche. Wichtig ist ja auch, dass Blogbeiträge und Presseinformationen vollständig unterschiedliche Darstellungsformen sind.

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  2. Der Beitrag in der Social Times ist so falsch, wie er richtig ist, denn er beruht auf der Annahme, dass Publika, die Unternehmen erreichen wollen, auch aktive Nutzer der Unternehmensmedien sind. Das ist nicht der Fall.

    Im Gegenteil, das „You can put your message out in your own words“ reproduziert die überkommene Ideologie der Sender-Empfänger-Kommunikation (wie im Übrigen auch die klassische unidirektionale Pressearbeit). Diese Annahmen sind derart unterkomplex, das es mich graust.

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    1. „…beruht auf der Annahme, dass Publika, die Unternehmen erreichen wollen, auch aktive Nutzer der Unternehmensmedien sind. Das ist nicht der Fall.“

      Dies würde ich nicht mit dieser Bestimmtheit zu behaupten wagen. Erstens dürfte das sich bei unterschiedlichen Unternehmen unterscheiden, zweitens fällt mir auf Anhieb keine Studie ein, die diese Behauptung ansatzweise belegen würde. Problem ist natürlich: Wen ganau will denn das einzelne Unternehmen erreichen. Dritter Aspekt: Ich muss kein aktiver Nutzer von Unternehmensmedien sein, um bei einer Suche ggf. auf einen guten Beitrag eines Unternehmens zu stoßen.

      Ansonsten: Zu „grauslig unterkomplex“: Ja, absolut. Klingt nach 2004.

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  3. Auf die Ergebnisse Ihrer oben angesprochenen Untersuchung, bei welchem Thema Blogpost oder Presseinfo erfolgsversprechender ist, bin ich sehr gespannt. Interessantes Thema!

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    1. Auf jeden Fall. Tatsächlich ist das Ganze aber wie Sascha Stoltenow andeutet, ziemlich komplex, vor allem, weil man Gefahr läuft, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Deshalb habe ich auch sehr vorsichtig geschrieben, dass ich mal gespannt bin, wie konkret unsere Ergebnisse wirklich sein können. Klar muss in jedem Fall sein, dass die Eigenheiten der jeweiligen Bereiche akzeptiert werden.

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