Links und Senf #2

Digital macht Schüler doof? Aber Alte und Junge nutzen dieses Netz trotzdem. Heute gibt’s ein paar Links zu einem etwas bizarren Bildungsstreit, Nutzungsstudien zum Web und Lesetipps für Webworker und Onlinekommnunikatoren.

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Links und Senf #1

Links und Senf #1

Die Sommerpause hat mir Schwung genommen. Viel zu lange ist es hier, seit ich die letzten Lesetipps veröffentlicht habe. Jetzt, da die Abende kühl werden, ist vielleicht ein guter Moment für einen neuen Anlauf. Ich taufe ihn mal: „Links und Senf“ – denn wie bisher möchte ich Links teilen, die für mich in letzter Zeit wertvoll waren. Und ab und zu gebe ich meinen Senf zu Themen, die mich beschäftigten. Keine Sorge, zu allem gebe ich nicht meinen Senf dazu – wen interessiert das schon? – aber gelegentlich könnte es thematisch über Marketing, PR und Onlinekommunikation ein wenig hinaus gehen.

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Ein Blick auf digitale Multis und kritisierte Handwerker

Ein Blick auf digitale Multis und kritisierte Handwerker

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

In dieser Woche gab es gleich zwei Studien zur Mediennutzung, einen Riesendeal von Microsoft, das Eingeständnis aus Cupertino, dass auch in der iWelt externe Entwickler wichtig sind und harsche Vorwürfe an die Anbieter von Medien- und Influencerdatenbanken.
Beginnen wir erst mal mit einem ursprünglich analogen Thema: Journalismus. Dass es dem ökonomisch immer schlechter geht, wissen wir. The Atlantic hat nun die frische US-Studie „State of the News Media“ zum Anlass für eine längere Analyse genommen und betont, wie wichtig Facebook & Co. für die Medienhäuser ist, um Traffic zu bekommen, während zeitgleich die Tech-Firmen den größten Teil des Werbegewinns für sich behalten. Anders ausgedrückt: Im Web wird eine Menge Geld verdient – nur nicht von den News-Anbietern. Wussten wir eigentlich schon, aber jetzt mit aktuellen Zahlen.

Studien zur Mediennutzung

Jaja, die Revolution. Sie kam mancherorts anders als gedacht.
Jaja, die Revolution. Sie kam mancherorts anders als gedacht.

Noch mehr Zahlen lieferte dieser Tage der internationale Digital News Report 2016 von Reuters (pdf). Besondere Erkenntnis: Die Generation der 18 bis 24-Jährigen interessiert sich weniger für Nachrichten als früher – egal, ob es im Fernsehen oder online. Immerhin informieren sich immer noch 86 Prozent der Befragten mehrmals in der Woche, in dieser Altersgruppe geschieht dies hauptsächlich online. Fatal: Das Vertrauen in Journalismus ist bei jungen Erwachsenen am geringsten.

Schlauere Anwendungen durch Öffnung für Entwickler?

Reden wir zur Abwechslung mal über Apple. Es scheint, dass der iKonzern gerade nicht so vom Glück verfolgt wird: Da haben sie in Cupertino lange ihre Entwicklerkonferenz WWDC vorbereitet und dann posaunt Microsoft zeitgleich seinen 26 Milliarden-Deal zur Übernahme von LinkedIn in die Welt. Und ein paar Tage später wird auch noch bekannt, dass in Peking erst mal einige iPhone6-Modelle nicht mehr verkauft werden dürfen – Plagiatsvorwurf.
Das Apple-Event hatte übrigens manchen enttäuscht, denn es ging „nur“ um Software. Die News sind aber gar nicht so unwichtig: Erstmals dürfen Entwickler von Fremdanwendungen auf Apple-Apps wie Siri, Maps, Nachrichten oder News zugreifen. Endlich, möchte man sagen. Denn wenn wir schon laufend über Bots und schlaue Assistenten sprechen, darf ruhig auch Siri mal etwas aufgeschlaut werden und andere Apps steuern, um zum Beispiel auf Zuruf ein Taxi bestellen zu können.
Natürlich gibt es im Detail noch viele andere Neuerungen im Apple-Universum, am drolligsten fanden aber manche, dass Apple seinen Messenger bunter macht und auf Animationen und Emojis bzw. Sticker setzt. Dass das mehr als Kinderkram ist, erläutert Connie Chan vom Venture Capital-Unternehmen Andreessen Horowitz in einem ausführlichen Blogpost. In Apps wie WeChat und Line spielen Sticker demnach als neue Ausdrucksmöglichkeit eine große Rolle, auch in der beruflichen Kommunikation. Interessanterweise werden Sticker in WeChat wie Sammelkärtchen behandelt: Bekommt man einen neuen zugeschickt, kann man ihn aus dem Chat heraus in seiner Sammlung speichern. Künstler können Sticker verkaufen, Unternehmen – wie bei Snapchat – gebrandete Sticker in Umlauf bringen. Abgesehen von der Sammelleidenschaft ermöglichen Sticker laut Chan neue Möglichkeiten des Storytellings. Anders ausgedrückt: Wir kommunizieren weniger textlastig, sondern immer visueller. Snappy.

Gut, Apple geht also mehr in Richtung vernetzter Anwendungen und visuellem Messaging. Und wie war das mit Microsoft? Die haben Facebook als Vorbild, aber natürlich vor allem Berufstätige im Blick. Sprich: Was der Newsfeed von Facebook in der Freizeit, soll der Feed von LinkedIn im Beruf sein, so Bill Gates. Natürlich kann man sich auch schlaue Möglichkeiten der Teamarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg vorstellen, denkt man an eine Verknüpfung zwischen dem Netzwerk und dem weit verbreiteten MS Office.

Adressbroker in der Kritik

Jetzt aber mal zurück aus der Welt des großen Kapitals zum irdischen Handwerk in unseren Landen. Nein, ich meine nicht Fleischer und Installateure, sondern modernes digitales Handwerk. Eine nicht immer geliebte Ausprägung davon beschäftigt sich mit Adressdaten, die dann anderen zur Verfügung gestellt werden. Ein uralter Hut, wenn es um Redaktionsadressen geht. Ein alter Hut, wenn es um Blogger und andere Influencer geht. Sollte man man meinen. Seit gut sechs oder acht Jahren diskutieren wir drüber. Jetzt aber ist Richard Gutjahr die Hutschnur geplatzt, und ich kann ihn ja verstehen. Er bekommt jeden Tag viel zu viel für ihn unbrauchbares PR-Geblubber und macht deshalb den großen Adress-Brokern Vorwürfe.

Die eine Frage dabei ist für mich, ob deren Methoden des Datensammelns legitim sind. Ich meine: Nur auf opt-out zu setzen, wie es teilweise offenbar üblich ist, ist eine schwache Nummer. Eigentlich hätte der vor vielen Jahren einmal diskutierte Button „No PR“ im Impressum von Blogs vermutlich manches vereinfacht, hätte er sich durchgesetzt. Die andere Frage ist für mich, was Unternehmen und Agenturen so mit Adressen von Bloggern und Influencern treiben. Sie einfach in Presseverteiler zu nehmen, ist halt unprofessionell – leider aber nicht selten, wie ich selbst immer wieder feststelle. Der Vollständigkeit halber hier noch die Reaktionen von News Aktuell und Cision.

 

Freud und Leid mit Tracking

Freud und Leid mit Tracking

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

Heute geht es in den Lesetipps zweimal um Tracking: Einmal als Voraussetzung für sich selbst anpassende – adaptive – Inhalte, das andere Mal geht es um die Flucht von Nutzern vor Tracking zu Werbezwecken. Und sonst: Zwei Blogempfehlungen, zwei Studien und ein Tool.

Adaptive Content ist ein Schlagwort, das seit einiger Zeit mehr oder weniger durch die Community geistert. Die Idee dahinter ist, dass Content auf Websites oder in Apps so ausgespielt wird, dass er auf die Interessen bzw. den Kontext, in dem sich Nutzer gerade befinden, zugeschnitten ist. Gerade bei extrem umfangreichen Angeboten kann dies – so die Hoffnung – dem Besucher viel Suchen und Herumklicken ersparen, damit er ans Ziel kommt. Also: Automatisierte Nutzerführung statt komplexe Navigation. Mobil kann das noch weiter gehen und den Kontext des Nutzers berücksichtigen. Typisches Beispiel: In einer fremden Stadt bekommt man das nächstgelegene Restaurant empfohlen, das die eigenen Freunde positiv bewertet haben und das zusätzlich die bevorzugte Küche anbietet. All dies ist noch weitgehend Zukunftsmusik.

Ist das Ziel, auf einer Website eine Entdeckungsreise zu machen wie bei der digitalen Sammlung des Staedel-Museums (Disclosure: diese wurde von Mitarbeitern in unserem Institut ikum entwickelt), kann Adaptive Content zu einer hervorragenden User-Experience führen. Allerdings: Das System muss lernen können, es braucht also Informationen zu den Website-Besuchern. Bei anderen Nutzungszusammenhängen muss man genauer hinschauen. Dies war auch Thema einer Session beim #cosca16 . Bei t3n ist nun ein Interview mit einer internationalen Expertin auf diesem Gebiet erschienen: Karen McGrane ist Autorin von „Content Strategy for Mobile“ und Gründerin einer Beratungsfirma für User-Experience. Sie erklärt Adaptive Content so:

“Adaptive Content ist (…) ein Ansatz, Benutzern mit Hilfe von dem, was man über sie weiß, zielgerichtete Informationen zu liefern. Dabei könnte es sich um die Art des von ihnen benutzten Geräts, ihren Standort oder um andere Kontexthinweise handeln. Oder auch um sehr persönliche Informationen wie zum Beispiel Altersstufe, Einkommen oder Beziehungsstatus.”

Das Ganze führe aber schon bei der Contenterstellung zu einem sehr großen Aufwand – schließlich muss genau überlegt werden, in welchem Kontext welcher Inhalt für wen relevant sein könnte und dies muss zusätzlich hinterlegt werden. Abgesehen vom Aufwand bremst McGrane die Euphorie auch in anderer Hinsicht: Eine eindeutliche Zuordnung von Inhalten sei oft gar nicht möglich. Ihr Beispiel ist die Website eines Hotels. Dabei argumentiert sie, dass es gar nicht immer möglich sei, Persona klar zu unterscheiden – etwa, wenn ein Geschäftsreisender noch einen Urlaubstag an seinen Aufenthalt anhängt, geht es mit der eindeutigen Ansprache schon in die Binsen.

 

Bloggende Studenten: Stuttgart

Der nächste Lesetipp für heute geht nach Stuttgart, genauer geht’s um das Blog PR-Transfer,  das von Master-Studenten der Uni Hohenheim unter Leitung des Kollegen Wolfgang Schweiger seit längerem eine tolle Transfer-Leistung erbringt. Das Konzept: Die Studierenden „übersetzen“ in ihren Blogposts aktuelle Studien und machen wissenschaftliche Erkenntnisse so anderen Studierenden und vor allem Praktikern einfach verdaubar zugänglich. Im aktuellsten Beitrag geht es beispielsweise um eine Untersuchung zu Kunden-Communities. Hier wird gezeigt, wie psychologische Faktoren die Chance beeinflussen, dass sich Kunden aktiv an Diskussionen in Communities beteiligen. Dabei muss man zum Beispiel auch damit umgehen, dass extrovertierte und introvertierte Kunden gegenteilige Erwartungen an Beteiligungsmöglichkeiten haben.

 

Bloggende Studenten: Darmstadt

cosca16

 

Es sei mir verziehen, dass ich hier einmal mehr auf die PR-Fundsachen verweise: Nachdem meine Studenten im Seminar zu Content Strategie bereits ausführlich über die re:publica berichtet hatten, sind in der vergangenen Woche eine Menge Artikel zum Content Strategy Camp (#cosca16) dazu gekommen. Die Studierenden haben einerseits Folien, Blogposts und Videos von Teilnehmern gebündelt, andererseits berichten sie in eigenen Artikeln über zahlreiche Einzelthemen, die sich aus den mehr als 50 Sessions ergeben haben. Übrigens: Ein paar Beiträge sind noch in der Pipeline.

 

Kurzmeldungen

Content Marketing:Ein Sargnagel des Journalismus” – mit dieser knackigen Überschrift wird dieser Tage Content Marketing etikettiert. Hintergrund ist eine in dieser Woche von der Otto-Brenner-Stiftung vorgestellte Untersuchung. Erstellt hat die der Würzburger Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation, Lutz Frühbrodt. Er hat sich angeschaut, welche Instrumente des Content Marketing die DAX30-Unternehmen bereits einsetzen und wie sie das tun. Ergebnis: Frühbrodt hat Angst, dass Owned Media wie Corporate Magazines für unabhängige journalistische Angebote eine Konkurrenz sind und dass hierüber mit großem Geld die Öffentlichkeit durch Unternehmen manipuliert werden könnte. Dieser Vorwurf immerhin dürfte so alt sein wie PR (was über seine Berechtigung noch nicht viel aussagt). Die Untersuchung wurde von einigen Medien aufgegriffen – und ich finde, viele seiner Punkte müssen von intensiv diskutiert werden: Etwa wenn die (im PR-Kodex geforderte) Absenderklarheit von Websites oder Online-Magazinen nicht gegeben ist, was unter anderem ZEIT online an Beispielen wie curved.de (Telefonica), impfen.de (GlaxoSmithKline) oder gesundheit.de (Alliance Healthcare) aufgreift. Wenn ich dazu komme, folgt demnächst eine ausführlichere Diskussion.

Tools: Arbeiten in der Cloud – für viele längst selbstverständlich. Was würde ich nur ohne Dropbox, Evernote und Google Docs machen? Hm, aber Google? Konrad Lischka hat eine Alternative gefunden:

“Sandstorm.io ist komfortabel, praktisch und stärkt ein nachhaltiges Netz im Sinne von: Selbstbestimmung, Selbstorganisation, Dezentralität und Offenheit.”

Tracking-Studie: Passend zum Startthema Adaptive Content eine Untersuchung von Lithium, die zum Ergebnis kommt, dass Nutzer sich zunehmend von Marken im Social Web verfolgt fühlen und deshalb davon genervt sind. Das gilt übrigens besonders für jüngere Nutzer, hebt Medienrauschen hervor:

“Tatsächlich geben gar 56 % an, die massive “Verfolgung” durch Werbung in Social Media sei für sie ein Grund, die Nutzung von Facebook und Co. zu reduzieren.”

Kann ich gut verstehen – empfinde ich selbst doch Onlinewerbung – gerade wenn ich mich getrackt fühle  – oft selbst als konsumterroristisches Dauerfeuer.

Dark Social: Vielleicht ist es ja genau der Widerwille gegen Tracking, dass immer mehr Inhalte im Web als private Nachricht geteilt werden, also etwa in einem Messenger. Dieser Teil der Onlinekommunikation wird oft als Dark Social bezeichnet, denn mit herkömmlichen Analytics lässt sich dem schwerer beikommen. Aber es wird natürlich daran gearbeitet, dieses Problem für Marketer in den Griff zu bekommen. Eine aktuelle Analyse jedenfalls kommt zu dem Ergebnis, dass im mobilen Netz der größte Teil der Shares Dark Social zuzurechnen sind.

 

Fotohinweise: Headerbild: tp, Foto vom cosca16: Alina Drewitz für PR-Fundsachen, CC BY 2.0

 

Plattformen hacken unser Denken

Plattformen hacken unser Denken

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

An diesem langen Wochenende gibt’s eine Mischung aus kurzen Meldungen und Tipps für tieferes Eintauchen – beispielsweise in neue Ansätze der News-Distribution und psychologische Kniffe von Online-Angeboten.

Werbung: Facebook zu entkommen, wird immer schwerer. Dem blauen Riesen genügt es nicht mehr, seine 1,7 Milliarden Nutzer mit Werbung zu beglücken, nun werden auch Nicht-Nutzer zum Werbeziel – das Unternehmen dehnt sein Werbenetzwerk über die eigenen Plattformen hinaus aus und trackt damit auch auf Seiten vom Drittanbietern.

Kuratieren mit dem Facebook-Messenger: Martin Hoffmann (Die Welt und OJ-Absolvent) hat sich im Selbstbaukasten einen Bot gebastelt und bietet nun im Messenger Lesetipps zu hintergründigen Netzthemen an. Abonnieren kann man dies hier: http://m.me/martinhoffmann. Seine Empfehlungen sind auf jeden Fall immer einen Blick wert, das Experiment ohnehin. Für Redaktionen (aber auch Unternehmen) ist spannend, wie gut der Messenger als Distrubutions- und Kommunikationsweg künftig angenommen wird. Für mich habe ich einmal mehr festgestellt, dass ich mich mit News im Messenger (noch?) nicht so richtig wohlfühle.

Snapchat im Marketing: Digiday widmet dem neuen Kanal von Adidas Originals einen ganzen Artikel. Das besondere an der Drei-Streifen-Strategie: Gleich zum Start hat der Musiker Pharrell Williams den Kanal übernommen. Gleich die erste Snap-Story wurde mehr als drei Millionen Mal angeschaut. Mehr Fallbeispiele für Snapchat-Marketing gibt’s bei Futurebiz.

Und nochmal Snapchat: Ein Algorithmus soll Einzug halten. Und zwar dort, wo man den öffentlichen Stories der abonnierten Nutzer und Marken folgen kann. Im Moment ist dieser Bereich im Zweifel ziemlich unübersichtlich, weil man sich durch eine lange Liste von Geschichten wühlen muss. Vorgesehen ist nun offenbar, dass einige Publisher bevorzugt und ihre Geschichten auf Anhieb auffindbar werden sollen. Tja, vermutlich können Marken sich solche Sichtbarkeit bald auch kaufen .

Social Media-Kennzahlen: Welche KPIs werden in der Praxis typischerweise verwendet, um den Erfolg der eigenen Aktivitäten im Social Web zu messen? Stefan Evertz hat hierzu eine Blogparade ausgerufen, die noch bis 1. Juli läuft.

Longread zu Technologie, die das Denken manipuliert – also uns alle: Tristan Harries war bei Google im Bereich Produkt-Philosophie und Ethik beschäftigt. Er erklärt, wie Smartphones, Apps und Webangebote es psychologisch schaffen, uns massiv zu beeinflussen:  Unter anderem durch die Illusion, mit Hilfe von Menus frei wählen zu können, durch die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen und das Verwandeln des Smartphones in ein Spielgerät, aber auch durch Tricks wie soziale Reproduktivität. Will heißen, wir treiben Kommunikation immer weiter, vergrößern unsere Netzwerke auf allen möglichen Plattformen und lassen so die Anbieter wachsen. Harris bringt sehr viele gute Beispiele, die diese und andere Strategien verdeutlichen und bewusst machen, wie Psychologie und Design zusammenarbeiten. Sein Fazit:

„People’s time is valuable. And we should protect it with the same rigor as privacy and other digital rights.“

Sehr ernstes Thema, das noch viele Diskussion erfordert. Ich werde den Artikel jedenfalls in die nächste Erstsemestervorlesung zu Onlinekommunikation nehmen.

Damit wir jetzt nicht depressiv werden, zum Abschluss wieder ein nettes Video. Diesmal geht’s um Max Hollein, der die von ihm geleiteten Frankfurter Museen Städel, Schirn und Liebieghaus gen San Francisco verlässt und uns sehr nett sagen möchte, dass es auch ohne ihn am Main gut weitergehen wird. Wobei – aber seht selbst: