Links und Senf #1

Links und Senf #1

Die Sommerpause hat mir Schwung genommen. Viel zu lange ist es hier, seit ich die letzten Lesetipps veröffentlicht habe. Jetzt, da die Abende kühl werden, ist vielleicht ein guter Moment für einen neuen Anlauf. Ich taufe ihn mal: „Links und Senf“ – denn wie bisher möchte ich Links teilen, die für mich in letzter Zeit wertvoll waren. Und ab und zu gebe ich meinen Senf zu Themen, die mich beschäftigten. Keine Sorge, zu allem gebe ich nicht meinen Senf dazu – wen interessiert das schon? – aber gelegentlich könnte es thematisch über Marketing, PR und Onlinekommunikation ein wenig hinaus gehen.

Tja, das Bloggen. Eine schöne Sache. Klaus Eck hat dieser Tage ausführlich beschrieben, warum er’s tut. Für ihn als Unternehmer in der Kommunikationsbranche ist das natürlich besonders naheliegend, wobei die Eigen-PR nicht das einzige Argument ist. Ich empfinde es ganz ähnlich, wenn er schreibt:

„Mir ist eine große Freude, meine Gedanken freizulassen und Ideen in der Schriftform zu entfalten. Wenn ich dabei neue Ideen ausfindig mache und meine Synapsen neu verdrahten konnte, ist jeder Blogartikel es mir Wert publiziert zu werden. Die Arbeit besteht gar nicht im Schreiben selbst, viel bedeutender sind das Denken und die Recherche für einen Beitrag.“

So, nun aber los. Worüber bin ich in den letzten Tagen gestolpert bzw. wo hängen geblieben? Das politische Klima ist sicher seit langem ein Thema, dem man sich nicht entziehen kann. Diese Woche wurde in Berlin die Aktion „365 Tage für die offene Gesellschaft“ vorgestellt . Die politische Bürgerbewegung will bis zur Bundestagswahl mit vielen Aktionen Demokratie und Offenheit in der Gesellschaft sichern. Mit dabei sind laut eigener Aussage 500 Persönlichkeiten und Institutionen, hauptsächlich aus der Kultur. Bisher schon hat ein Kreis um den Sozialpsychologen Harald Welzer 50 Townhall-Meetings organisiert, auf denen über gesellschaftliche Werte und die Wahrnehmung des aktuellen Klimas diskutiert wurden. Weitere Aktionen für eine offene Gesellschaft sollen unterstützt werden – wer dazu eine Idee hat, kann sich beraten lassen und sich um eine Förderung aus einem  Fonds der Robert Bosch-Stiftung bewerben.

Mir scheinen solche Initiativen dringend nötig – werden doch schon einzelne Bundestagsabgeordnete, die als Repräsentanten des Volkes gewählt sind, zu rassistischen Pöblern und machen das Feindselige und Gestrige mit allerlei bescheuerten Statements und Nazijargon alltäglich. Apropos alltäglich:  Viel Aufmerksamkeit hat zu Recht die Berliner CDU-Abgeordnete Jenna Behrends für einen offenen Brief erhalten, in dem sie den Sexismus in der Politik thematisiert und eine wichtige Diskussion in Gang gebracht hat.

Wenn wir über den Schutz der Demokratie schon sprechen, ist es umso wichtiger, Dinge an die Öffentlichkeit zu bringen – Verhaltensweisen, die sich gegen Personen(gruppen) wenden genauso wie Dinge, die zwar alle Bürger betreffen, aber diese nicht wissen sollen. So wie den Bericht der Datenschutzbeauftragten zu den nach ihrer Einschätzung illegalen Praktiken des BND, den netzpolitik Anfang des Monats öffentlich gemacht hatte. Lesenswert in diesem Zusammenhang auch ein Artikel bei vocer, der der Frage nachgeht, warum  das Veröffentlichen geheim eingestufter Informationen notwendig sein kann. Die kurze Zusammenfassung, die auch aus dem ersten Semester Kommunikationswissenschaft stammen könnte: Journalismus muss unabhängig beobachten und der Gesellschaft Informationen zur Verfügung stellen, damit sich alle am Diskurs über sie selbst beteiligen können. Anders ausgedrückt: Wir müssen darüber streiten, in welcher Gesellschaft wir leben möchten.

Und welchen Journalismus wollen wir? In der NZZ diskutiert der Kommunikationswissenschaftler Otfried Jarren das Thema Qualität. Seine Kritik: Die Medien hätten es versäumt, hierüber zu sprechen und auch in Bezug auf Qualität ein konkretes Produktversprechen abzugeben, das dann auch beim Publikum klarere Preisvorstellungen bewirken würde. Umso härter würden nun heute Defizite sichtbar – auch durch die schwächere Rolle des Journalismus in einem Social Media-Umfeld und durch den neuen Wettbewerb um Anzeigen und Aufmerksamkeit mit Plattformen und Suchmaschinen. Jarrens Fazit:

„Die Gesellschaft wird sich weiter ausdifferenzieren und noch mobiler werden. Damit steigt der Informations- und Kommunikations-, Bewertungs- und Orientierungsbedarf kontinuierlich weiter an – eine Chance für publizistische Medien. Das Zeitalter der Massenmedien, zumal der Massenproduktion, aber ist vorbei.“

Telefónica, Google, HRS: Daten sind vielschichtig

Das gilt bekanntlich auch für den Umgang mit Daten. Wie wertvoll diese sind, wissen natürlich auch Mobilfunkbetreiber, die auf wahren Schätzen sitzen, wenn man die Sache ökonomisch betrachtet. Schon vor ein paar Jahren hatte Telefónica versucht, aus Daten ein Geschäft zu machen und war zunächst an Datenschützern gescheitert. Nun gibt es einen neuen Anlauf. Mobilfunkdaten – dazu gehören zum Beispiel Bewegungsdaten – sollen künftig verkauft werden und sollen Verkehrsplaner, Außenwerber oder Besitzer von Geschäften unterstützen. Versprochen wird zum einen, dass nur aggregierte Daten weitergegeben werden und diese anonymisiert seien. Zum anderen sollen willige Kunden durch Rabatte zur Großzügigkeit mit ihren Daten bewegt werden bzw. unwillige Kunden haben die Möglichkeit, auszusteigen – vorausgesetzt, sie bekommen davon überhaupt mit. Fachlich wird von vielen bezweifelt, ob eine Anonymisierung von Bewegungs- und anderen Daten im Mobilfunk überhaupt sicher funktioniert.

Dass Daten nicht nur zum direkten Verkauf gut sind, sondern das eigene Geschäftsmodell gewaltig unterstützen, wissen wir unter anderem von Facebook und Google. Der Suchmaschinengigant ist ja manchmal ein bemerkenswerter Spätaufsteher. Da wird seit ein paar Jahren über die Bedeutung von Messengern gesprochen, und nun gibt es mit Allo auch einen aus dem digitalen Such- und Werbehaus. Dass Messenger so boomen, liegt zu einem guten Teil daran, dass sich Nutzer mehr ins Private zurückziehen möchten, was konsequent gedacht auch bedeutet, dass niemanden etwas angeht, wie wir dort kommunizieren. Nun, das fand Google bis vor kurzem auch, hat kurz vor dem Launch von Allo eine Kehrtwende beschlossen.  Per Default wird die Kommunikation entgegen früheren Plänen unverschlüsselt auf deren Servern gespeichert. Hat eigentlich jemals jemand geglaubt, Instant Messenging – kurz , jaja, IM – sei nur für den Moment? Grüße an Yahoo. Nein, nein, wir können Google bestimmt vertrauen, denn erst der Zugriff der Google-Algorithmen auf die Kommunikation auf dem Server macht Allo zu einem tollen selbst lernenden System, das auch ein paar schlaue Integrationen von Aufgaben verspricht, wie wir sie aus Erzählungen von WeChat kennen. Wer redet am Ende dann noch über Daten, wenn die mit ihnen gefütterten Bots alles so bequem machen oder unsere Daten gar einen halben Latte Macchiato im Monat finanzieren?

Wie es geht, mit Algorithmen Kunden zu manipulieren, zeigt offenbar das Hotelportal HRS, wie correctiv berichtet. Demnach gehöre die Manipulation des Algorithmus, der Ergebnislisten produziert, zum Geschäftsmodell: So würden Hoteliers regelmäßig dazu aufgefordert, dafür zu bezahlen, damit sie besser gelistet werden. Für Hoteliers wird dieses Spiel logischerweise immer teurer, und Gäste ahnen wohl nicht, dass die Top-Treffer bei HRS nicht nur mit ihren Bedürfnissen, sondern mit der Zahlungsbereitschaft der Hotels zu tun haben könnten. Sind wir mal gespannt, ob das wettbewerbsrechtlich angegangen wird und wie sich das Vertrauen in HRS entwickelt.

Kommunikative Torheiten

Falls man mal zu jung an zu viel Geld kommt, kann man noch ganz andere Dinge finanzieren (ok, zu spät für mich): Der Gründer von Oculus, Palmer Luckey (24), steckt wohl hinter einer digitalen Hetzkampagne gegen Hillary Clinton. Tja, manche Donalds können offenbar auf einige dumme Jungs zählen.

Bloss keine Dummheiten und keine großen Tiere verärgern, dachte sich dagegen wohl Youtube. Das Unternehmen hatte eine Begegnung von Youtubern mit dem EU-Kommisssionspräsident Juncker mitorganisiert. Coole Sache, könnte man meinen und verbrämen, ein Unternehmen unterstütze Bürger-Journalismus. Man kann sicher trefflich streiten, ob das überhaupt ein wünschenswertes Modell ist – aber wenn man es so plump anfängt wie Youtube, dann sollte man es doch besser gleich lassen: Wie sich herausgestellt hat, hat ein Mitarbeiter der Videoplattform massiv versucht, Einfluss zu nehmen auf die Fragen einer Youtuberin, auf dass Juncker bloß nicht verärgert werde ob kritischer Fragen. Tja, Google bzw. Mutterkonzern Alphabet hat in Brüssel noch ein paar heikle Themen offen, da wäre es schon besser, wenn der hohe Herr nicht mit kritischen Fragen zu Steuerdeals belästigt würde.

Werber führen Journalisten zur Schlachtbank

Kaum gekauft, schon zerlegt: Erst vor etwa einem Jahr hatte der Werbevermarkter Ströer der Telekom zwei offenbar nicht passende Kinder abgekauft – die Redaktion von T-Online, aber auch den Digitalvermarkter Interactive Media. Und schon wird weiter umgebaut. Diese Woche hat die wohl größte deutsche Onlineredaktion erfahren,  dass sie in Kürze arbeitslos wird und der Laden mit etwa 100 Journalisten in Darmstadt dicht gemacht wird. Statt der bisherigen Redaktion gibt es dann künftig in Berlin einen „Content Hub“, aus dem heraus künftig nicht nur t-online.de, sondern auch andere Plattformen bespielt werden sollen. Eine Idee, die so ähnlich  vor ein paar Monaten vom Ströer-Wettbewerber JCDecaux bereits umgesetzt worden ist. Alles in allem  könnte man natürlich den Verdacht hegen, dass die Ströer-Leute eine Redaktion vor allem in der Rolle sehen, das nötige Werbeumfeld zu schaffen, damit die Digitalvermarktung gut klappt. Oder in der Argumentation des oben erwähnten Otfried Jarren: Für mich klingt das wie ein Ansatz redaktioneller Massenproduktion; von einer journalistischen oder gesellschaftsbezogenen Idee habe ich dagegen nichts wahrgenommen.

Ach ja, und dann Berlin. Arm, aber sexy – wer hätte gedacht, dass in einer Hauptstadt investiert wird, um Billiglöhner einzusammeln? Man munkelt, dass die Content-Produzenten in Berlin etwa die Hälfte der bisherigen Redakteure kosten. Aber es klingt natürlich erst mal glitzern, wenn vom Aufbau eines modernsten Newsrooms die Rede ist. Und wie wird hierauf in der Fachöffentlichkeit reagiert? Die meisten Branchendienste transportierten halt die Presseinformation, und Turi2 machte mit dem Schlachtruf „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“ auf – was soll’s, es werden ja dabei nur 100 Leute arbeitslos (inzwischen ist der Einstieg bei Turi neu geschrieben, kam wohl bei manchen Lesern nicht gut an).

Und die Gewerkschaften? DJV und verdi haben in den letzten Jahren doch immer heftig aufgeschrieen, wenn eine Fünf-Mann-Lokalredaktion ausgegliedert wurde. Tja, zu diesem Thema herrscht erst mal donnerndes Schweigen auf den Websites und in den Twitterkanälen. Naja, was wollen Journalistengewerkschaften auch tun, wenn die einen Kollegen mit den anderen ausgespielt werden?

 

verdi

Ein Blick auf digitale Multis und kritisierte Handwerker

Ein Blick auf digitale Multis und kritisierte Handwerker

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

In dieser Woche gab es gleich zwei Studien zur Mediennutzung, einen Riesendeal von Microsoft, das Eingeständnis aus Cupertino, dass auch in der iWelt externe Entwickler wichtig sind und harsche Vorwürfe an die Anbieter von Medien- und Influencerdatenbanken.
Beginnen wir erst mal mit einem ursprünglich analogen Thema: Journalismus. Dass es dem ökonomisch immer schlechter geht, wissen wir. The Atlantic hat nun die frische US-Studie „State of the News Media“ zum Anlass für eine längere Analyse genommen und betont, wie wichtig Facebook & Co. für die Medienhäuser ist, um Traffic zu bekommen, während zeitgleich die Tech-Firmen den größten Teil des Werbegewinns für sich behalten. Anders ausgedrückt: Im Web wird eine Menge Geld verdient – nur nicht von den News-Anbietern. Wussten wir eigentlich schon, aber jetzt mit aktuellen Zahlen.

Studien zur Mediennutzung

Jaja, die Revolution. Sie kam mancherorts anders als gedacht.
Jaja, die Revolution. Sie kam mancherorts anders als gedacht.

Noch mehr Zahlen lieferte dieser Tage der internationale Digital News Report 2016 von Reuters (pdf). Besondere Erkenntnis: Die Generation der 18 bis 24-Jährigen interessiert sich weniger für Nachrichten als früher – egal, ob es im Fernsehen oder online. Immerhin informieren sich immer noch 86 Prozent der Befragten mehrmals in der Woche, in dieser Altersgruppe geschieht dies hauptsächlich online. Fatal: Das Vertrauen in Journalismus ist bei jungen Erwachsenen am geringsten.

Schlauere Anwendungen durch Öffnung für Entwickler?

Reden wir zur Abwechslung mal über Apple. Es scheint, dass der iKonzern gerade nicht so vom Glück verfolgt wird: Da haben sie in Cupertino lange ihre Entwicklerkonferenz WWDC vorbereitet und dann posaunt Microsoft zeitgleich seinen 26 Milliarden-Deal zur Übernahme von LinkedIn in die Welt. Und ein paar Tage später wird auch noch bekannt, dass in Peking erst mal einige iPhone6-Modelle nicht mehr verkauft werden dürfen – Plagiatsvorwurf.
Das Apple-Event hatte übrigens manchen enttäuscht, denn es ging „nur“ um Software. Die News sind aber gar nicht so unwichtig: Erstmals dürfen Entwickler von Fremdanwendungen auf Apple-Apps wie Siri, Maps, Nachrichten oder News zugreifen. Endlich, möchte man sagen. Denn wenn wir schon laufend über Bots und schlaue Assistenten sprechen, darf ruhig auch Siri mal etwas aufgeschlaut werden und andere Apps steuern, um zum Beispiel auf Zuruf ein Taxi bestellen zu können.
Natürlich gibt es im Detail noch viele andere Neuerungen im Apple-Universum, am drolligsten fanden aber manche, dass Apple seinen Messenger bunter macht und auf Animationen und Emojis bzw. Sticker setzt. Dass das mehr als Kinderkram ist, erläutert Connie Chan vom Venture Capital-Unternehmen Andreessen Horowitz in einem ausführlichen Blogpost. In Apps wie WeChat und Line spielen Sticker demnach als neue Ausdrucksmöglichkeit eine große Rolle, auch in der beruflichen Kommunikation. Interessanterweise werden Sticker in WeChat wie Sammelkärtchen behandelt: Bekommt man einen neuen zugeschickt, kann man ihn aus dem Chat heraus in seiner Sammlung speichern. Künstler können Sticker verkaufen, Unternehmen – wie bei Snapchat – gebrandete Sticker in Umlauf bringen. Abgesehen von der Sammelleidenschaft ermöglichen Sticker laut Chan neue Möglichkeiten des Storytellings. Anders ausgedrückt: Wir kommunizieren weniger textlastig, sondern immer visueller. Snappy.

Gut, Apple geht also mehr in Richtung vernetzter Anwendungen und visuellem Messaging. Und wie war das mit Microsoft? Die haben Facebook als Vorbild, aber natürlich vor allem Berufstätige im Blick. Sprich: Was der Newsfeed von Facebook in der Freizeit, soll der Feed von LinkedIn im Beruf sein, so Bill Gates. Natürlich kann man sich auch schlaue Möglichkeiten der Teamarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg vorstellen, denkt man an eine Verknüpfung zwischen dem Netzwerk und dem weit verbreiteten MS Office.

Adressbroker in der Kritik

Jetzt aber mal zurück aus der Welt des großen Kapitals zum irdischen Handwerk in unseren Landen. Nein, ich meine nicht Fleischer und Installateure, sondern modernes digitales Handwerk. Eine nicht immer geliebte Ausprägung davon beschäftigt sich mit Adressdaten, die dann anderen zur Verfügung gestellt werden. Ein uralter Hut, wenn es um Redaktionsadressen geht. Ein alter Hut, wenn es um Blogger und andere Influencer geht. Sollte man man meinen. Seit gut sechs oder acht Jahren diskutieren wir drüber. Jetzt aber ist Richard Gutjahr die Hutschnur geplatzt, und ich kann ihn ja verstehen. Er bekommt jeden Tag viel zu viel für ihn unbrauchbares PR-Geblubber und macht deshalb den großen Adress-Brokern Vorwürfe.

Die eine Frage dabei ist für mich, ob deren Methoden des Datensammelns legitim sind. Ich meine: Nur auf opt-out zu setzen, wie es teilweise offenbar üblich ist, ist eine schwache Nummer. Eigentlich hätte der vor vielen Jahren einmal diskutierte Button „No PR“ im Impressum von Blogs vermutlich manches vereinfacht, hätte er sich durchgesetzt. Die andere Frage ist für mich, was Unternehmen und Agenturen so mit Adressen von Bloggern und Influencern treiben. Sie einfach in Presseverteiler zu nehmen, ist halt unprofessionell – leider aber nicht selten, wie ich selbst immer wieder feststelle. Der Vollständigkeit halber hier noch die Reaktionen von News Aktuell und Cision.

 

Freud und Leid mit Tracking

Freud und Leid mit Tracking

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

Heute geht es in den Lesetipps zweimal um Tracking: Einmal als Voraussetzung für sich selbst anpassende – adaptive – Inhalte, das andere Mal geht es um die Flucht von Nutzern vor Tracking zu Werbezwecken. Und sonst: Zwei Blogempfehlungen, zwei Studien und ein Tool.

Adaptive Content ist ein Schlagwort, das seit einiger Zeit mehr oder weniger durch die Community geistert. Die Idee dahinter ist, dass Content auf Websites oder in Apps so ausgespielt wird, dass er auf die Interessen bzw. den Kontext, in dem sich Nutzer gerade befinden, zugeschnitten ist. Gerade bei extrem umfangreichen Angeboten kann dies – so die Hoffnung – dem Besucher viel Suchen und Herumklicken ersparen, damit er ans Ziel kommt. Also: Automatisierte Nutzerführung statt komplexe Navigation. Mobil kann das noch weiter gehen und den Kontext des Nutzers berücksichtigen. Typisches Beispiel: In einer fremden Stadt bekommt man das nächstgelegene Restaurant empfohlen, das die eigenen Freunde positiv bewertet haben und das zusätzlich die bevorzugte Küche anbietet. All dies ist noch weitgehend Zukunftsmusik.

Ist das Ziel, auf einer Website eine Entdeckungsreise zu machen wie bei der digitalen Sammlung des Staedel-Museums (Disclosure: diese wurde von Mitarbeitern in unserem Institut ikum entwickelt), kann Adaptive Content zu einer hervorragenden User-Experience führen. Allerdings: Das System muss lernen können, es braucht also Informationen zu den Website-Besuchern. Bei anderen Nutzungszusammenhängen muss man genauer hinschauen. Dies war auch Thema einer Session beim #cosca16 . Bei t3n ist nun ein Interview mit einer internationalen Expertin auf diesem Gebiet erschienen: Karen McGrane ist Autorin von „Content Strategy for Mobile“ und Gründerin einer Beratungsfirma für User-Experience. Sie erklärt Adaptive Content so:

“Adaptive Content ist (…) ein Ansatz, Benutzern mit Hilfe von dem, was man über sie weiß, zielgerichtete Informationen zu liefern. Dabei könnte es sich um die Art des von ihnen benutzten Geräts, ihren Standort oder um andere Kontexthinweise handeln. Oder auch um sehr persönliche Informationen wie zum Beispiel Altersstufe, Einkommen oder Beziehungsstatus.”

Das Ganze führe aber schon bei der Contenterstellung zu einem sehr großen Aufwand – schließlich muss genau überlegt werden, in welchem Kontext welcher Inhalt für wen relevant sein könnte und dies muss zusätzlich hinterlegt werden. Abgesehen vom Aufwand bremst McGrane die Euphorie auch in anderer Hinsicht: Eine eindeutliche Zuordnung von Inhalten sei oft gar nicht möglich. Ihr Beispiel ist die Website eines Hotels. Dabei argumentiert sie, dass es gar nicht immer möglich sei, Persona klar zu unterscheiden – etwa, wenn ein Geschäftsreisender noch einen Urlaubstag an seinen Aufenthalt anhängt, geht es mit der eindeutigen Ansprache schon in die Binsen.

 

Bloggende Studenten: Stuttgart

Der nächste Lesetipp für heute geht nach Stuttgart, genauer geht’s um das Blog PR-Transfer,  das von Master-Studenten der Uni Hohenheim unter Leitung des Kollegen Wolfgang Schweiger seit längerem eine tolle Transfer-Leistung erbringt. Das Konzept: Die Studierenden „übersetzen“ in ihren Blogposts aktuelle Studien und machen wissenschaftliche Erkenntnisse so anderen Studierenden und vor allem Praktikern einfach verdaubar zugänglich. Im aktuellsten Beitrag geht es beispielsweise um eine Untersuchung zu Kunden-Communities. Hier wird gezeigt, wie psychologische Faktoren die Chance beeinflussen, dass sich Kunden aktiv an Diskussionen in Communities beteiligen. Dabei muss man zum Beispiel auch damit umgehen, dass extrovertierte und introvertierte Kunden gegenteilige Erwartungen an Beteiligungsmöglichkeiten haben.

 

Bloggende Studenten: Darmstadt

cosca16

 

Es sei mir verziehen, dass ich hier einmal mehr auf die PR-Fundsachen verweise: Nachdem meine Studenten im Seminar zu Content Strategie bereits ausführlich über die re:publica berichtet hatten, sind in der vergangenen Woche eine Menge Artikel zum Content Strategy Camp (#cosca16) dazu gekommen. Die Studierenden haben einerseits Folien, Blogposts und Videos von Teilnehmern gebündelt, andererseits berichten sie in eigenen Artikeln über zahlreiche Einzelthemen, die sich aus den mehr als 50 Sessions ergeben haben. Übrigens: Ein paar Beiträge sind noch in der Pipeline.

 

Kurzmeldungen

Content Marketing:Ein Sargnagel des Journalismus” – mit dieser knackigen Überschrift wird dieser Tage Content Marketing etikettiert. Hintergrund ist eine in dieser Woche von der Otto-Brenner-Stiftung vorgestellte Untersuchung. Erstellt hat die der Würzburger Professor für Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation, Lutz Frühbrodt. Er hat sich angeschaut, welche Instrumente des Content Marketing die DAX30-Unternehmen bereits einsetzen und wie sie das tun. Ergebnis: Frühbrodt hat Angst, dass Owned Media wie Corporate Magazines für unabhängige journalistische Angebote eine Konkurrenz sind und dass hierüber mit großem Geld die Öffentlichkeit durch Unternehmen manipuliert werden könnte. Dieser Vorwurf immerhin dürfte so alt sein wie PR (was über seine Berechtigung noch nicht viel aussagt). Die Untersuchung wurde von einigen Medien aufgegriffen – und ich finde, viele seiner Punkte müssen von intensiv diskutiert werden: Etwa wenn die (im PR-Kodex geforderte) Absenderklarheit von Websites oder Online-Magazinen nicht gegeben ist, was unter anderem ZEIT online an Beispielen wie curved.de (Telefonica), impfen.de (GlaxoSmithKline) oder gesundheit.de (Alliance Healthcare) aufgreift. Wenn ich dazu komme, folgt demnächst eine ausführlichere Diskussion.

Tools: Arbeiten in der Cloud – für viele längst selbstverständlich. Was würde ich nur ohne Dropbox, Evernote und Google Docs machen? Hm, aber Google? Konrad Lischka hat eine Alternative gefunden:

“Sandstorm.io ist komfortabel, praktisch und stärkt ein nachhaltiges Netz im Sinne von: Selbstbestimmung, Selbstorganisation, Dezentralität und Offenheit.”

Tracking-Studie: Passend zum Startthema Adaptive Content eine Untersuchung von Lithium, die zum Ergebnis kommt, dass Nutzer sich zunehmend von Marken im Social Web verfolgt fühlen und deshalb davon genervt sind. Das gilt übrigens besonders für jüngere Nutzer, hebt Medienrauschen hervor:

“Tatsächlich geben gar 56 % an, die massive “Verfolgung” durch Werbung in Social Media sei für sie ein Grund, die Nutzung von Facebook und Co. zu reduzieren.”

Kann ich gut verstehen – empfinde ich selbst doch Onlinewerbung – gerade wenn ich mich getrackt fühle  – oft selbst als konsumterroristisches Dauerfeuer.

Dark Social: Vielleicht ist es ja genau der Widerwille gegen Tracking, dass immer mehr Inhalte im Web als private Nachricht geteilt werden, also etwa in einem Messenger. Dieser Teil der Onlinekommunikation wird oft als Dark Social bezeichnet, denn mit herkömmlichen Analytics lässt sich dem schwerer beikommen. Aber es wird natürlich daran gearbeitet, dieses Problem für Marketer in den Griff zu bekommen. Eine aktuelle Analyse jedenfalls kommt zu dem Ergebnis, dass im mobilen Netz der größte Teil der Shares Dark Social zuzurechnen sind.

 

Fotohinweise: Headerbild: tp, Foto vom cosca16: Alina Drewitz für PR-Fundsachen, CC BY 2.0

 

Plattformen hacken unser Denken

Plattformen hacken unser Denken

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

An diesem langen Wochenende gibt’s eine Mischung aus kurzen Meldungen und Tipps für tieferes Eintauchen – beispielsweise in neue Ansätze der News-Distribution und psychologische Kniffe von Online-Angeboten.

Werbung: Facebook zu entkommen, wird immer schwerer. Dem blauen Riesen genügt es nicht mehr, seine 1,7 Milliarden Nutzer mit Werbung zu beglücken, nun werden auch Nicht-Nutzer zum Werbeziel – das Unternehmen dehnt sein Werbenetzwerk über die eigenen Plattformen hinaus aus und trackt damit auch auf Seiten vom Drittanbietern.

Kuratieren mit dem Facebook-Messenger: Martin Hoffmann (Die Welt und OJ-Absolvent) hat sich im Selbstbaukasten einen Bot gebastelt und bietet nun im Messenger Lesetipps zu hintergründigen Netzthemen an. Abonnieren kann man dies hier: http://m.me/martinhoffmann. Seine Empfehlungen sind auf jeden Fall immer einen Blick wert, das Experiment ohnehin. Für Redaktionen (aber auch Unternehmen) ist spannend, wie gut der Messenger als Distrubutions- und Kommunikationsweg künftig angenommen wird. Für mich habe ich einmal mehr festgestellt, dass ich mich mit News im Messenger (noch?) nicht so richtig wohlfühle.

Snapchat im Marketing: Digiday widmet dem neuen Kanal von Adidas Originals einen ganzen Artikel. Das besondere an der Drei-Streifen-Strategie: Gleich zum Start hat der Musiker Pharrell Williams den Kanal übernommen. Gleich die erste Snap-Story wurde mehr als drei Millionen Mal angeschaut. Mehr Fallbeispiele für Snapchat-Marketing gibt’s bei Futurebiz.

Und nochmal Snapchat: Ein Algorithmus soll Einzug halten. Und zwar dort, wo man den öffentlichen Stories der abonnierten Nutzer und Marken folgen kann. Im Moment ist dieser Bereich im Zweifel ziemlich unübersichtlich, weil man sich durch eine lange Liste von Geschichten wühlen muss. Vorgesehen ist nun offenbar, dass einige Publisher bevorzugt und ihre Geschichten auf Anhieb auffindbar werden sollen. Tja, vermutlich können Marken sich solche Sichtbarkeit bald auch kaufen .

Social Media-Kennzahlen: Welche KPIs werden in der Praxis typischerweise verwendet, um den Erfolg der eigenen Aktivitäten im Social Web zu messen? Stefan Evertz hat hierzu eine Blogparade ausgerufen, die noch bis 1. Juli läuft.

Longread zu Technologie, die das Denken manipuliert – also uns alle: Tristan Harries war bei Google im Bereich Produkt-Philosophie und Ethik beschäftigt. Er erklärt, wie Smartphones, Apps und Webangebote es psychologisch schaffen, uns massiv zu beeinflussen:  Unter anderem durch die Illusion, mit Hilfe von Menus frei wählen zu können, durch die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen und das Verwandeln des Smartphones in ein Spielgerät, aber auch durch Tricks wie soziale Reproduktivität. Will heißen, wir treiben Kommunikation immer weiter, vergrößern unsere Netzwerke auf allen möglichen Plattformen und lassen so die Anbieter wachsen. Harris bringt sehr viele gute Beispiele, die diese und andere Strategien verdeutlichen und bewusst machen, wie Psychologie und Design zusammenarbeiten. Sein Fazit:

„People’s time is valuable. And we should protect it with the same rigor as privacy and other digital rights.“

Sehr ernstes Thema, das noch viele Diskussion erfordert. Ich werde den Artikel jedenfalls in die nächste Erstsemestervorlesung zu Onlinekommunikation nehmen.

Damit wir jetzt nicht depressiv werden, zum Abschluss wieder ein nettes Video. Diesmal geht’s um Max Hollein, der die von ihm geleiteten Frankfurter Museen Städel, Schirn und Liebieghaus gen San Francisco verlässt und uns sehr nett sagen möchte, dass es auch ohne ihn am Main gut weitergehen wird. Wobei – aber seht selbst:

Digitalisierung des Alltags und praktische Helferlein

Digitalisierung des Alltags und praktische Helferlein

Der Wochenrückblick zu Netzthemen, Online-Marketing und PR

Ja, ja, das Ding mit der Digitalisierung ist nichts Neues. Trotzdem: Spannend – für mich übrigens oft auch abschreckend – wird es immer, wenn es neue Verknüpfungen digitaler Instrumente mit dem Alltag gibt. Vieles kann natürlich sehr praktisch sein und auf eine Menge Gegenliebe stoßen. Doch was ist mit jenen, die in Ruhe gelassen werden möchten? Darüber werden wir sicher noch öfter reden müssen. Bis dahin habe ich unter anderem noch eine Menge Links zu praktischen Fragen rund um Online-Marketing und -PR.

Gesichtserkennung: Re-Targeting in Real Life?

Die russische App FindFace kann mit Hilfe von nur einem Foto, das auf der Straße entstanden ist, Menschen im (Social) Web wiederfinden. In Russland wird dies wohl schon mit dem Facebook-Pendant VK verwendet, schreibt der Spiegel. Klar, die Macher haben nur Gutes im Sinn: Besseres Dating. Für mich wird Dating da zum Stalking, wenn man beliebige Menschen auf der Straße (oder beim romantischen Sonnenuntergang) fotografieren und kurz darauf mit einer Nachricht im Social Network beglücken kann. Und ebenfalls klar: Da gibt es Millionen weiterer Anwendungsideen – und ganz ehrlich – ich finde keine wirklich gute dabei: Denken wir an Menschen, die Feste oder Demos besuchen. Nicht viel besser: Reales Retargeting. Darüber haben die Macher von FindFace bereits nachgedacht, auf dass Ladenbesitzer Interessenten, die nicht zu Kunden geworden sind, gleich mit einer Nachricht beglücken können. Wo ist da nochmal gleich das Opt out?

Ok, Google

In dieser Woche hatte Google seine Entwicklerkonferenz und eine Menge neuer Produkte vorgestellt. Ohne auf einzelne Produkte einzugehen (wer sich für diese interessiert, hier entlang): Bei mir sind drei Botschaften vor allem angekommen:

  • Google will die Kommunikation in professionellen oder privaten Teams verbessern helfen;
  • Google will in unseren Wohnungen und wo auch immer wir sind, allgegenwärtig sein – Suche und Assistenz kommen ins Real Life;
  • Google will dem offenen, mobilen Web einen Entwicklungsschub geben.

In allen Bereichen positioniert sich das Unternehmen dabei gegen andere Riesen, die dort längst schon aktiv sind – etwa Amazon, Facebook, Apple – oder relativ neue Akteure, die ihrem Feld bereits rasant wachsen – so wie Slack. Mein Eindruck ist, dass die Claims noch nicht vollkommen abgesteckt sind und ein Riese wie Google in diesen Feldern etwas erreichen kann. Wobei: Bei den Messengern bin ich skeptisch. Egal: Die Hauptsache dürfte für Google das Absichern des offenen Web sein: App-Inhalte auch für Nicht-Nutzer zugänglich zu machen und Mechanismen zu bringen, die Websites auch mit schlechter Netzqualität richtig schnell laden zu lassen, ist sicher besonders verdienstvoll. Jeff Jarvis jedenfalls ist beeindruckt:

„With the Progressive Web App, Google is making it possible for users to love web sites again. Thus Google strengthens the web site and the open web itself.“

Hatte ich dies oben als „verdienstvoll“ bezeichnet? Das ist natürlich doppeldeutig – schließlich verdient ja Google durch das Vermarkten im offenen Web sein Geld, hauptsächlich jedenfalls. Und es ist vor allem die Werbung anderer Vermarkter, die (mobile) Websites oft elend langsam machen.

In Kürze

  • Weil wir grade bei Werbung waren: Das New York Magazin geht gegen Werber vor, deren Anzeigen zu viel Ladezeit kosten. Endlich macht das mal jemand, möchte man sagen, schließlich schaden lange Ladezeiten der Sichtbarkeit bei Google und nerven vor allem User, die echten Content möchten und sich im Klaren darüber sind, dass mit langen Ladezeiten oft auch (Re-)Targeting verbunden ist.
  • Fakten, Fakten, Fakten: PR Suisse hat drei Online-Plattformen gefunden, auf denen Studien zu Marketing und Kommunikation gesammelt werden.
  • Im Hootsuite-Blog gibt es sechs Social Media-Templates, die Praktikern die Arbeit erleichtern können (u.a. mit Vorlagen für Social Media-Audits, Strategieentwicklung, Redaktionspläne).
  • Vorsicht Abmahn-Falle: In einigen Fällen gab es in letzter Zeit Abmahnungen im Zusammenhang mit der Verwendung von Creative Commons-Fotos, und zwar wegen formaler Fehler bei der Referenzierung. iRights Info erklärt die Hintergründe und gibt Tipps.
  • Tool-Time: Mit Storyo kann man aus einzelnen Fotos kleine Multimedia-Geschichten basteln. journalism.co.uk stellt die App vor.
  • Influencer: Bei Leitmedium gibt es eine Geschichte, die Marketingleuten die andere Seite zeigt – die Situation von Profi-Bloggern, speziell Eltern-Bloggern. Anlass für den Artikel: Die Betreiberin eines der größten deutschsprachigen Elternblogs hat die virtuelle Tür geschlossen. Wegen Burnouts.

Videos mit Emotionen

Abschließend zwei Beispiele, die zeigen, wie wertvoll Bewegtbild ist, um Emotionen zu wecken: Die Schweizer NGO Pro Infirmis thematisiert mit ihrer aktuellen Kampagne Angststörungen. Hier das wie ich finde sehr gut gelungene Video:

 
Ein zweites Lieblingsvideo diese Woche ist „Wir sind das Grundgesetz“, (Meedia-Bericht) das zwar auf Youtube keine riesige Abrufzahlen hat, sich aber vor allem über Facebook ziemlich erfolgreich verbreitet hat. A propos Videos auf Facebook: Ideal ist’s, wenn sie ohne Ton funktionieren, zu 85 Prozent werden diese nämlich lautlos konsumiert.