Coca Cola: Wenig Gegenliebe für Mobiles Social Network

Die Coca Cola Company ist tiefer ins Mobile Marketing eingestiegen und hat für seine Marke Sprite zunächst in China und vor kurzem in den USA ein auf Mobilfunk basiertes soziales Network aufgebaut (zumindest war das für den 22. Juni geplant). Manche erwarten gar, Coca Cola wolle Facebook und MySpace Konkurrenz machen. Ich behaupte: Weit gefehlt.

Zunächst wundert mich, dass das Ganze offenbar ausschließlich irgendwo in mobilen WAP-Welten stattfindet. An eine Microsite im WWW hat offenbar niemand gedacht. Zumindest habe ich unter den ersten 100 Treffern von Google keine gefunden. Statt dessen ist eine kleine Kommunikationskrise angesagt. Denn erstes Suchergebnis nach „Coca Cola Sprite Yard“ (so heißt das Ding) bei Google ist ein ziemlich kritischer Beitrag. Nahezu alle anderen Beiträge stammen aus Weblogs oder Fachmagazinen. Die sind für den Konzern immerhin erfreulicher, geben sie im Großen und Ganzen doch die Presseinformation wider.

Die gibt’s auch im Original, immerhin momentan auf Platz 5 der Trefferliste. Sie erklärt uns das Konzept der Community:

„The Sprite Yard creates an entertaining social experience beyond the value of traditional online destinations by providing consumers constant mobile, social and brand connectivity through mobile devices such as cell phones and personal digital assistants (PDAs).“

Ähm?  Ok, weiter unten wird’s ein bisschen konkreter:

„Users build their community by inviting and being accepted by other Yard users as their friends. This allows them to share photos through the Pix gallery, showcase a snapshot of their activities in the Planner, post pictures and discussions on Scribbles, and send short mobile messages – Shouts, to individuals or groups.
The Sprite Yard will also feature exclusive downloadable content – from visitones (visual ringtones that combine music with visuals) to mobisodes (animated shorts) – that can only be unlocked through a PIN found under the cap of every 20 oz. Sprite bottle, providing a fresh, engaging experience with each purchase.“

Aha. Wie cool. Und dafür sollen Leute ihr Profil ablegen, ihre Bilder und so fort? Irgendwie geht es doch sehr direkt um den Limonadenabsatz, schwant mir. Kundenbeziehungen? Dialog? Nicht doch. Visioncritial bestätigt meinen Verdacht:

„Measurement metrics have been built in so Coca-Cola can track, in real-time, which features consumers are using most to the direct impact on beverage sales. It enables Coca-Cola to react very quickly to what their market wants.“

Oben zitierter Blogger – Joseph Thornley von Pro PR – sieht das so:

„You’ve compared yourself to social networks that let me connect with my friends. But the great benefit of this network is that Coca Cola will be able to measure, in real time (no overnight delays for us folks) which features sell the most soda.“

Man könnte nun natürlich überlegen, welch Schätze erst Facebook, MySpace, StudiVZ oder Xing für derart tickende Marketingleute bergen könnten …