Wie wird eine Presseinfo zu einer Studie seriös?

Neulich habe ich das Wörtchen „Studie“ zu meinem PR-Unwort des Jahres gekürt und mich darüber geärgert, welch halbseidenen, aussagelosen Befragungen als Studie bezeichnet werden. Umso mehr freue ich mich, auf ein Gegenbeispiel gestoßen zu sein: Eine Presseinformation, in der die Aussagekraft einer Studie seriös erklärt wird. Dort heißt es am Ende der Meldung:

„METHODOLOGY
Ad-ology Research surveyed an online consumer panel of 1,105 adults in a manner that is 98% representative of the adult population of the United States from August 25-28, 2008. The margin of error for this survey is +/- 2.0 percentage points.“

Vorbildlich, finde ich. So würde ich mir das auch bei der Vorstellung von Studien hier zu Lande wünschen.

Die Presseinfo stammt übrigens vom US-amerikanischen Marktforschungsunternehmen Ad-ology Research und soll vor allem eine 800-Dollar-Studie verkaufen. Ok, das ist nun mal das Business Modell eines solchen Unternehmens.

Inhaltlich geht’s übrigens um den Einfluss unterschiedlicher Medien auf Kaufentscheidungen von Konsumenten, speziell beim Kauf von Handys. 60 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten sich beim letzten Handy-Kauf durch Online-Rezensionen und Weblogs, also Word of Mouth-Kommunikation, beeinflussen lassen.

(via Mobile Zeitgeist)

2 Gedanken zu “Wie wird eine Presseinfo zu einer Studie seriös?

  1. Hallo Thomas,
    ich kenne das Problem, schlage mich eigentlich fast täglich damit herum und werde auch nicht müde immer mal wieder gegen diese Unsitte anzuschreiben: http://www.mobile-zeitgeist.com/2008/07/15/studien-und-das-dilemma-als-blogger/
    Doch letztlich stelle ich immer mehr fest, dass es auch den Lesern wenig um eine korrekte Studie und damit valide Ergebnisse geht, sondern um die Aussage, die gerade in den eigenen Kontext passen sollte. Da spielt das Studiendesign und die Durchführung der Untersuchung eine weit untergeordnete Rolle.
    Ich habe mich entschlossen, nicht jede Sau durch’s Dorf zu treiben und bei offensichtlich erkennbaren „Gefälligkeitsstudien“ sie als das zu kennzeichnen oder sie nicht zu erwähnen.

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  2. Danke für den Hinweis, Heike. Dein Artikel beschreibt das Problem sehr treffend.

    Deine Konsequenz der Zurückhaltung oder des Ansprechens offensichtlicher Mängel ist sicher die einzig Richtige.

    Als PR-Mensch rate ich natürlich Unternehmen und Verbänden zu mehr Zurückhaltung bzw. Transparenz. Wenn man nicht den Mut haben kann, die Methodik und die Fragen einer Studie (zumindest auf Nachfrage) offen zu legen, dann sollte man es lieber bleiben lassen, mit Studien zu hantieren…

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