Kurz vor Ostern hat bei uns das Sommersemester begonnen. Höchste Zeit, mal wieder einen Einblick in aktuelle Projekte zu geben, vornehmlich natürlich im Studiengang Onlinekommunikation. Das für mich aktuell spannendste Experiment: Eine Lernagentur zum Thema Gründung. Aber es stehen noch eine Menge anderer Themen, an denen ich großen Spaß habe, auf dem Plan – übrigens auch eine Exkursion zur re:publica, die Begleitung des neuen Mittelstandscamps Kommunikation und des Content Strategy Camps mit Studierenden.

In den drei Jahren seit seiner Gründung ist der Studiengang Onlinekommunikation ja ganz schön gewachsen – auf beiden Seiten, den Studierenden wie den Lehrenden. Entsprechend vielfältig ist auch das Lehrangebot. Ich skizziere im Folgenden mal nur meine Aufgaben in diesem Semester.

LaDaDi: Verwaltung auf dem kommunikativen Prüfstand

Zum ersten Mal bin ich in einem Semester gleich an zwei Lernagenturen beteiligt. Jan-Kristian Jessen (quäntchen + glück) und ich coachen in einem Fall Studierende des vierten Semesters, die vom Landrat unseres Landkreises Darmstadt-Dieburg (kurz: LaDaDi) den Auftrag bekommen haben, die Wahrnehmung der Kreisverwaltung mit ihren 2.700 Mitarbeitenden unter die Lupe zu nehmen und Vorschläge zur Verbesserung der Kommunikation zu entwickeln. Der Hintergrund: Die Verwaltung befindet sich gerade in einem Change-Prozess, dessen Ziel kleinere Einheiten statt riesiger Abteilungs-Silos ist. Hier sind die Studierenden im Moment in der Analysephase und knöpfen sich Selbstverständnis und Markenbildung, die interne Kommunikation, die Pressearbeit, die Onlinekommunikation und die Kommunikation mit Unternehmen vor. Ich bin sehr gespannt auf die Ideen, das etwas sperrige Thema “Kreisverwaltung” bzw. “Landkreis” griffiger zu machen.

Symbolfoto: Silo
Auch in der Kreisverwaltung Darmstadt-Dieburg geht es darum, organisatorische Silos aufzubrechen.

Mit Zielvereinbarungen zur Gründungsidee

Ein Experiment wagen Jan-Kristian und ich im sechsten Semester, dessen Studenten gerade aus dem Praktikum zurück sind: Dort bieten wir den Studierenden die Möglichkeit, eine eigene Gründungsidee zu verfolgen. Ich war völlig überrascht, dass fünfzehn Studierende (im Jahrgang sind etwas mehr als 70) dabei sind. Manche sind schon länger als Freelancer unterwegs, drei haben bereits eine Agentur gegründet; andere beginnen eine zunächst grobe Idee genauer durchzuspielen. Ohne zu viel verraten zu können: Es sind spannende Projekte dabei – vom Künstlerinnen-Kollektiv über Geldanlage bis zu einer Idee rund um Freiwilligenarbeit reichen die Projektideen. Die Studierenden wählen dabei entsprechend des Status’ ihrer Idee aus einem Katalog von Gründungsschritten mehrere aus und wir treffen dazu Zielvereinbarungen. Wichtig dabei sind natürlich Sessions zu Themen wie Geschäftsmodell-Entwicklung oder Pricing. Unterstützung bekommen wir dazu unter anderem von der Agentur Unterschied & Macher, den Wirtschaftspaten und dem Career Center unserer Hochschule. Ob die Gründungen dann tatsächlich umgesetzt werden, entscheiden natürlich die Studierenden.

Foto: Pinnwand
Kleiner Eindruck vom Kickoff-Workshop einer Lernagentur. Hier ging es um die Frage, was in früheren Projekten aus Sicht der Studierenden gut und weniger gut war. Ok, dieser Ausschnitt zeigt das Positive…

Online-PR: Mind the #Tag

Und sonst? Dem ein oder der anderen ist auf Twitter vielleicht der Tag #onpr aufgefallen. Er steht für Online-PR und tritt zusammen mit unserem Studiengangstag #onkomm auf. Der Hintergrund: Für das zweite Semester biete ich eine Einführung ins Thema Online-PR an, in der ich neben grundlegendem Fachwissen zu vermitteln, die Studierenden motivieren möchte, Routinen zu entwickeln, um zu aktuellen Diskussionen im Web up to date zu bleiben. Um der Motivation ein bisschen nachzuhelfen, erwarte ich von den Studierenden unter anderem, dass sie Lesetipps unter den erwähnten Tags auf Twitter teilen.
Wer mich kennt, weiß, dass mir diese Vernetzung und das gleichzeitige Lernen im und durch das Social Web ein wichtiges Anliegen ist, und ich seit Jahren mit unterschiedlichen Strategien dies an Studierende weiterzugeben versuche. Ich weiß schon: Plausibel erscheint das allen, und wenn das Semester vorbei ist, freut man sich, wenn jede/r Vierte dabei bleibt. Egal – die Entscheidung dazu muss jede/r selbst treffen. Die Bedeutung des Social Web für das lebenslange Lernen von Kommunikationsprofis jedenfalls ist sehr groß. Dies zeigt auch eine PhD-Arbeit, die Pia Sue Helferich gerade eben am Cork Institute of Technology – unsere Partneruni – eingereicht hat, und die ich mitbetreuen konnte. Hierzu demnächst mehr.

Content Strategie: Vom Mediencampus nach Berlin und zurück

cosca17

Und dann gibt’s da noch das Thema Content Strategie. Hier biete ich wieder eine Art Hybrid-Veranstaltung an: Einerseits geht es um Grundlagenwissen zum Thema, andererseits sollen die Studierenden eigene Strategien entwickeln und umsetzen – und zwar rund um wichtige Branchenevents, die dazu noch eine Menge wertvollen Inputs liefern: Deshalb fahren wir wieder zur re:publica und wir begleiten die Kommunikation des ersten Mittelstandcamps Kommunikation bzw. des fünften Content Strategy Camps bei uns am Mediencampus. (btw. hier geht’s zur Anmeldung; Termin: 23./24. Juni 2017). Im ersten Schritt entwickeln die Studierenden jeweils drei Mini-Konzepte für die PR-Fundsachen (Blog, Medium, Twitter, Facebook, Snapchat) und pitchen diese. Professionelles Feedback dazu kommt übrigens auch von SinnerSchrader, und dann geht’s bald schon los.

Freie Electives: Hier pitchen Studierende ihre Ideen

That’s it? Nicht ganz. Neu in #onkomm sind auch die sogenannten freien Electives: Kleine Teams können sich da ein eigenes Thema suchen, bei uns Dozenten pitchen und werden im Erfolgsfall dann gecoacht. Drei solcher Projekte betreue ich in diesem Semester. In einem geht es um die Gründung eines Vereins zur Vertretung unserer Kommunikationsstudierenden, im zweiten um die Frage, wie wir unsere Onlinekommunikationsprojekte gut präsentieren können (Stichwort: Werkschau) und das dritte Projekt ist im Masterstudiengang Leadership in the Creative Industries: Dabei geht es um die Positionierung des Podcasts “Designhungry”.

Alles in allem ein volles Semesterprogramm und ganz nach meinem Geschmack, zumal das ein oder andere Drittmittel- bzw. Forschungsthema dazu kommt. Aber das ist eine andere Geschichte – genauso wie die weiteren mindestens genauso spannenden Projekte meiner Kolleginnen und Kollegen: Sie beschäftigen sich unter anderem mit Online Monitoring bzw. Social Listening, mit Social Bots und Fake News oder Onlinekompetenz in der Schule.

3 Gedanken zu “Mein Sommersemester: Von #onkomm-Startups bis #cosca

  1. Wow, wow, wow, wow… da wünsche ich mich fast zurück an die Hochschule und möchte grad noch mal studieren, diesmal aber #onkomm. Hach. Super Sache, ich verfolge immer gerne, was aus dem Studiengang wird an der h_da!! Ich freu mich, wenn wir uns wiedersehen im Juni! :) LG!

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