Soziale Medien sind kein verlässlicher Ort mehr für aktuelle Fachinformationen. Welche Tools und Strategien mir heute helfen, auf dem Laufenden zu bleiben – und warum Newsletter, RSS und Obsidian für mich wichtiger sind denn je.
Wissensmanagement für Kommunikator:innen
Ich bin ein News-Junkie – und ich leide darunter. Vor allem, wenn es um gesellschaftliche und politische Nachrichten geht. Aber das geht aktuell wohl vielen so. Mein eigentliches Thema heute ist aber ein anderes: Ich bin auch ein News-Junkie, wenn es um berufliche Entwicklungen geht. Seit vielen Jahren interessiert mich, wie man in einer digitalen Welt fachlich auf dem Laufenden bleiben kann – Stichwort: Lebenslanges Lernen. Welche Tools helfen? Welche Netzwerke? Welche Routinen?
Diese Fragen begleiten mich schon lange, und ich habe meine Strategien immer wieder angepasst – eine kleine persönliche Versuchsküche. Weil ich ab und zu von Studierenden oder Kolleg:innen gefragt werde, wie ich aktuell vorgehe, möchte ich hier einen aktuellen Stand meiner Info-Routinen teilen.
Soziale Medien? Nur noch punktuell nützlich
Klar, soziale Medien sind nicht tot. Aber wenn es ums gezielte Informieren geht, sind sie ziemlich kaputt. Die Algorithmen der großen Plattformen sind unberechenbar geworden – und teilweise unappetitlich manipulativ. Für meinen fachlichen Überblick spielen sie kaum noch eine Rolle. Einzige Ausnahme: LinkedIn. Dort bin ich fast täglich kurz unterwegs, weil mein Netzwerk dort aktiv ist. Der fachliche Tiefgang ist allerdings meist begrenzt – es geht oft eher um persönliche Entwicklungen und gesellschaftspolitische Debatten.
Instagram nutze ich nur am Rande – aber dafür gezielt. Mein Feed besteht inzwischen fast ausschließlich aus Kanälen von Aktivist:innen und Expert:innen zu Themen wie Datensicherheit, Feminismus oder Nachhaltigkeit. Und wenn ich nach fachlichen Tiefeninfos suche, lande ich oft bei YouTube – etwa für Tutorials oder spezialisierte Channels zu KI, Gesundheit oder Tools wie Obsidian.
Am liebsten aber, wenn es um Social Media geht: Mastodon und Bluesky. Sie funktionieren für mich wie früher Twitter – ohne Algorithmus, mit persönlichen und gesellschaftspolitischen Themen aus meinem Netzwerk. Allerdings ist meine Nutzung weitaus sporadischer als damals bei Twitter.
Zwei zentrale Info-Quellen: Newsletter und RSS
Für wirkliche fachliche Updates vertraue ich inzwischen vor allem auf zwei Kanäle: Newsletter und RSS-Feeds.
Newsletter
Eine Zeit lang waren Newsletter meine wichtigste Infoquelle. Ich habe eine beachtliche Sammlung – von strategischer Kommunikation über Marketing und Nachhaltigkeit bis zu zivilgesellschaftlichem Engagement. Dazu gehören klassische Newsletter ebenso wie viele auf Substack abonnierte Formate.
Damit mich das alles nicht vom Tagesgeschäft ablenkt, landet alles zusammen in einer eigenen Mailbox, getrennt von beruflicher und privater Kommunikation. So kann ich gezielt reinschauen, wenn es passt.
RSS-Feeds
Zum Glück habe ich meinen Feedly-Account nie gelöscht – und seit einigen Monaten gehört er wieder zu meiner täglichen Routine. RSS ist für mich das ideale Tool, um Inhalte von News-Seiten, Blogs, Podcasts oder YouTube-Channels gebündelt zu lesen. Alles an einem Ort, kein Algorithmus, keine Ablenkung.
Ab und zu nutze ich alternativ auch Unread, eine minimalistische RSS-App, besonders auf dem iPad.
Refind, Obsidian und der Umgang mit Information
Seit etwa 20 Jahren bin ich Fan von Social Bookmarking. Mein zentrales Tool dafür heißt Refind – es hilft mir nicht nur beim Speichern, sondern auch beim Entdecken relevanter Inhalte. Gerade weil dort andere Menschen Themen kuratieren, entdecke ich regelmäßig Artikel, auf die ich sonst nie gestoßen wäre.
Wenn mir ein Thema wirklich wichtig ist oder zu einem meiner Projekte passt, landet der Link zusätzlich in meiner Notizen-App Obsidian. Dort habe ich eigene Themenbereiche – z. B. für Lehrveranstaltungen, Fachartikel oder Projekte. Über den Web Clipper speichere ich ganze Artikel direkt, offline und verschlagwortet – eine riesige Hilfe beim Wiederfinden und Verarbeiten.
Wie viel Zeit kostet das?
Schwer zu sagen – aber ich schätze, es ist mindestens eine Stunde täglich, im Bus zur Hochschule, beim Kaffee oder abends. Andere schauen Netflix – ich verliere mich gern mal in Spezialthemen wie Obsidian-Tweaks oder aktuellen Debatten zur digitalen Öffentlichkeit. Und das fühlt sich oft sehr produktiv an.
Wenn du andere Tools oder Strategien nutzt, um informiert zu bleiben, interessiert mich das sehr – Kommentare sind wie immer willkommen.
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