Birma III: Blogger wollen Zeichen setzen

Graswurzelprotest: Wie Vernetzung mit Blogs und einem Wiki als zentrale Anlaufstation funktionieren kann, zeigt sich im Moment: Am kommenden Donnerstag, 4. Oktober, wollen Blogger nichts veröffentlichen – bis auf einen Beitrag mit der Botschaft „Free Burma!“ Die Idee stammt von Robert Basic. Zur Unterstützung wird auch Facebook genutzt (Vorteil: Hier können Mitglieder direkt angesprochen und eingeladen werden).

Was aus meiner Sicht noch nützlich sein könnte:

  • Twitter ist nach meiner Beobachtung noch recht ruhig.
  • Gibt’s einen vereinbarten technorati-Tag? Vermute free-burma.
  • Klassische Pressearbeit – sprich: Presseinfo schreiben, Journalisten ansprechen.
  • Einigung auf eine Grafik (Wiedererkennungswert) – im Moment gibt’s einen großen Pool. Mein Favorit (stammt von blogwiese):

Werde die Aktion auf jedem Fall am Dienstag bei einem Vortrag, den ich zu Web 2.0 halten soll, vorstellen – schließlich kann man damit wunderbar erklären, wie das neue Netz funktioniert ;-)

Allerdings bin ich sehr gespannt, wie sich die Situation in den nächsten Tagen entwickelt. Sollte Birma bis Donnerstag aus den Medien verdrängt sein (schon jetzt, Samstag, 22 Uhr, ist das Thema nicht mehr auf der Startseite von Spiegel online), dürfte einige Energie verpuffen, und Kritiker könnten den Bloggern vorwerfen, dass die Vorbereitungszeit für die Aktion zu lange war. Andererseits: Wenn die Aktion so breit ins Rollen kommt, dass sie für jeden, der in Blogs unterwegs ist, sichtbar wird, könnte damit das Thema zumindest für einen Tag zurück auf die Agenda geholt werden. Bin gespannt, wie viele Blogs am Ende dabei sind.

9 Gedanken zu “Birma III: Blogger wollen Zeichen setzen

  1. wie immer always on, Robert ;-)

    Getwittert hab‘ ich schon vor dem Blog-Beitrag, aber aus meiner Sicht müssten das möglichst viele in ihre Netzwerke bringen (vermutlich am besten erst ab Montag)

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  2. Danke für den Hinweis auf den Aktionstag! Habe bereits gestern und vorgestern Posts zu Burma / Birma / Myanmar geschrieben (und dabei auch auf den Facebook-Artikel hier verlinkt).
    Auch mir ist aufgefallen, dass es in den Nachrichten des dt. ÖR- Fernsehens ruhiger um das Thema geworden ist, aber CNN hat im Fernsehen um 22.00 noch ausführlich berichtet.
    Die rote Graphik oben erinnert mich zu sehr an kommunistische rote Fahnen, aber es gibt ja auf Flickr. inzwischen genug Auswahl.
    Da ich nicht jeden Tag Zeit zum Bloggen habe, würde bei mir das „totale Schweigen“ nicht als Aktion auffallen (mein junges Weblog hat ohnehin noch nicht so viele Leser), also werde ich es wohl so machen, dass ich am Tag vorher noch in einem Post das Schweigen am 4.10. ankündigen werde und dann am Tag selbst eine der Graphiken als einzige Veröffentlichung in mei Blog setzen werde.

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  3. Die Burma-Aktion ist verlogen, denn bis vor wenigen Tagen hat sich niemand für das Land interessiert. Wenn Farbige in Afrika in ungleich größeren Massen zusammengeschossen werden, interessiert das hier keine Sau.Anders ist das bei exotisch gewandeten Mönchen, die dazu noch die neue Schicki-Micki-Religion der Intellektuellen, den Buddhismus vertreten. Ich habe den Eindruck, die Blogger mißbrauchen die freiheitskämpfenden Burmesen, um ihre eigene Bedeutung als politische Aktivisten demonstrieren zu können. Und in eine solche Aktion klinke ich mich gern für eigene Interessen ein.

    Wer sich für Freiheit in Burma einsetzt, sollte auch über das demokratische Niveau in Deutschland nachdenken. Es werden bei uns nationale Aktivisten wegen Volksverhetzung ( §130 STGB) zu zum Teil mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der § 130 STGB ist der Kern der Demokratiegefährdung in Deutschland, da er die für eine Demokratie hoher Qualität nötige Meinungsfreudigkeit hierzulande behindert. Wer Angst hat, bei einem falschen Wort ins Gefängnis zu kommen, verzichtet gleich ganz aufs Reden. Ich würde mich freuen, wenn Blogger sich nicht nur für Freiheitsrechte im fernen Ausland einsetzen, sondern auch bei uns für eine möglichst umfassende Meinungsfreiheit eintreten.

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  4. Vermutlich wird es immer so sein, dass man gefragt wird, warum man sich nicht schon viel früher für etwas anderes / wichtigeres / naheliegenderes engagiert hat, sobald man sich dafür entscheidet, sich überhaupt zu einem Thema zu engagieren.

    Denke, jeder muss selbst entscheiden, wann er sich wo engagiert und habe Respekt für jedes Engagement, das wichtige Dinge wie Menschenrechte unterstützt. Schlimmer fände ich, wenn ich am Ende mir selbst den Vorwurf zu machen hätte, zu keinem Thema etwas gesagt zu haben.

    Wenn Sie bemängeln, dass sich für Afrika zu wenige engagieren, wie kann man dann kritisieren, dass es nun für Birma Engagement gibt? Was die Meinungsfreiheit bei uns betrifft: Für mein Empfinden gibt es hier zu Lande sehr wohl eine weitreichende Meinungsfreiheit. Dass jede Freiheit Grenzen hat, ist nichts neues, Volksverhetzung ist eine solche Grenze, die gerade hier zu Lande besondere Bedeutung hat.

    Übrigens haben sich Blogger in den letzten Wochen intensiv gegen die Vorratsdatenspeicherung engagiert.

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  5. Die von Kommentarspammer und nach eigenen Aussagen“NPD-Wähler“ Kurbjuhn angeführten „nationale Aktivisten“ sind nun wirklich kein Beispiel für zu Unrecht politisch Verfolgte. Nicht umsonst wurde nach 1945 das Verbreiten rassistischer und menschenverachtender Parolen unter Strafe gestellt. Viel zu selten hat dieser Staat dieses Verbot in der Vergangenheit auch durchgesetzt. Wohin das führt, wenn man nicht den Anfängen wehrt, hat die Nazizeit ja wohl gezeigt.

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  6. @CIO-Blogger: Der Hinweis auf diesen Herrn war recht heilsam: Wie ich inzwischen seinem Blog entnommen habe, spamt er tatsächlich möglichst viele Blogs, die sich mit Birma beschäftigen, mit seinem Kommentar zu. Mit diskutieren hat das aus meiner Sicht nichts zu tun. Da hilft für die Zukunft wohl nur der Filter…

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