BuddyPress: Blogs und Social Networks verheiratet – Anwendungsideen

Aus meinem Twitterstrom habe ich gerade einen Link zu BuddyPress.org gefischt, und das hat meine Phantasie angeregt. Denn BuddyPress bringt Bloglandschaften (= Multiuser-Blogs) und Social Networking-Funktionalität zusammen. Und zwar auf Basis von WordPress MU. Da ein studentisches Team  zur Zeit sowieso mit WordPress MU arbeitet (Ziel: das GM Workers Blog weiter zu entwickeln), bin ich natürlich besonders hellhörig geworden. Ohne BuddyPress ausprobiert zu haben, sehe ich spontan spannende Anwendungsmöglichkeiten – in der Lehre, im partizipatorischen Journalismus und in der PR.

Doch was genau ist die Grundidee? Zunächst geht es bei Multi-User-Blogs darum, mehreren Leuten mit Hilfe nur einer Installation jeweils ein eigenes Blog zur Verfügung zu stellen. Also genau das Richtige, wenn z.B. Hochschulen ihren Studenten das Bloggen ermöglichen wollen – oder Unternehmen ihren Mitarbeitern oder NGOs ihren Ehrenamtlichen. Doch nun beginnt erst das Spannende: Mit BuddyPress können die Nutzer darüber hinaus wie in Social Networks Profile anlegen, untereinander kommunizieren, sich vernetzen, Status-Updates verschicken etc. Besonders interessant erscheint mir die Gruppenfunktion: Wie in anderen Social Networks auch, können sich User zu Gruppen zusammenschließen. Diese haben wiederum verschiedene Funktionen. Die IMO beste: Durch entsprechendes Taggen von Blogbeiträgen können diese automatisch in eine Gruppe geschleust werden.

Und hiermit kann aus meiner Sicht erreicht werden, dass der Content einer Multiuser-Landschaft ideal aufbereitet werden kann: Auf der einen Seite gibt es persönliche bzw. individuelle Blogs (Ebene des Beziehungsmanagements), auf der anderen Seite lassen sich einzelne Beiträge thematisch bündeln und innerhalb einer Gruppe sogar weiterdiskutieren (Ebene des Themenmanagements). Ein bisschen erinnert das an Friendfeed und die Rooms.

Gerade die Idee, Blogbeiträge auch dazu zu nutzen, um Besuchern einen thematischen Einstieg zu bieten, erscheint mir eine gute Weiterentwicklung des Gedankens von Mitarbeiterblogs bzw. von Blogs von Ehrenamtlichen einer NGO. In journalistischen Projekten ließen sich aus unabhängigen Blogs Ressorts zusammenfassen.

Wie gesagt, ausprobiert habe ich das Ganze nicht. Insofern müsste zum einen die Funktionialität geprüft werden. Und ob das Taggen mit Blick auf den Themeneinstieg in der Praxis klappt, wäre auch zu prüfen. Aber vielleicht hat jemand Lust dazu? Oder andere Anwendungsideen? Über Anregungen oder irgendwann mal ein paar Zeilen zu Erfahrungen damit würde ich mich freuen.

@Constantin Basturea: Hope, picking up the topic is ok even if you adressed Robert…

14 Gedanken zu “BuddyPress: Blogs und Social Networks verheiratet – Anwendungsideen

  1. hm… klingt spannend…wäre auch etwas interessantes für interne kommunikation kann ich mri das gut vorstellen, weils ideal networking mit infoaustausch kombiniert. habs aber selbst auch noch nciht ausprobiert.

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  2. Interessant.
    Mit Multi-User-Blogs habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Mir wäre für so eine Zusammenarbeit spontan mixxt.de (Blogfunktion wird demnächst eingebunden), ning oder ein ähnliches Community-Baukastensystem eingefallen. Aber BuddyPress klingt für eine Projekt-Zusammenarbeit fast geeigneter.
    Grüße, Karin Janner

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  3. Nach meinem Empfinden kommt die Idee der Multiuser-Blogs zunächst aus der anderen Richtung. Idee: Jedem sein eigenes Blogs. Mit mixxt habe ich mich noch nicht ausreichend beschäftigt, um mir ein Bild zu machen. Ning dagegen sehe ich doch eher als Networking-Tool, in das Blogposts, die ganz wo anders entstehen typischerweise höchstens eingebunden werden. (Auch wenn manche Social Networks das Einrichten eines eigenen Blogs erlauben: ich denke, eine Blogfunktionalität à la WordPress ist deutlich mächtiger)

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  4. BuddyPress ist auf alle Fälle ein sehr interessantes Tool und auch gut zur internen Kommunikation geeignet.
    Ob BuddyPress jedoch bei NGOs oder in Gewerkschaftsblogs (wie der GM Workers Blog) Zuspruch findet ist sicher fraglich. Denn nicht selten wollen dort die User zwar ihre Meinung kund tun, aber sich dabei nicht outen, geschweige denn ein Profil von sich anlegen.
    Ausnahmen bestätigen die Regel…

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  5. Was mir spontan dazu einfällt: Das müsste doch ein ideales Werkzeug sein, um interne Kommunikation – beispielsweise innerhalb eines Clusters oder Verbundes aus Unternehmen, Institutionen und Verbänden – mit einem öffentlichen Forum zu verbinden.

    Ich habe es auch noch nicht ausprobiert, werde es aber im Hinblick darauf überprüfen. Sollte es bei einem meiner Kunden zur Anwendung kommen, werde ich darüber berichten. Vielleicht kann man das dann sogar im Rahmen einer Studie oder eines Studierenden-Projektes machen.

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  6. @Ferdinand: Ja, bei vielen NGOs kann ich mir das auch nicht vorstellen – und auch beim GM Workers Blog nicht. Allerdings sind Nonprofit-Organisationen zum Teil auch ganz anders organisiert bzw. haben andere Ziele. Besser vorstellen könnte ich mir’s beispielsweise bei caritativen Organisationen. Oder bezogen auf die Organisationsform bei solchen, die nur eine kleine Zentrale haben, aber ansonsten Landesverbände und viele Ortsgruppen (der Kinderschutzbund wäre hierfür ein Beispiel, Parteien übrigens auch).

    @Kerstin: Schöne Idee. Wenn’s für beide Seiten gut zusammenpasst, gern. Für uns muss es halt in den Semesterrhythmus passen.

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  7. Hat mittlerweile schon jemand Erfahrung mit den Pre-Releases von BuddyPress gemacht? Möglicherweise könnt ihr mir dann ja einen Tipp geben, da ich derzeit folgendes Projekt plane.
    Für meinen mittlerweile ehemaligen Studiengang PR bastle ich an einem Blog, auf dem Studenten, Alumni und Dozenten ihre Meinungen und Kenntnisse über gewisse Bereiche der PR Kund tun können. Bis ich von BuddyPress gehört habe, sollte die Vorstellung der Autoren nur über eine fixe Seite passieren. Diese Entdeckung hat nun aber meine Phantasie angeregt, BuddyPress könnte die Plattform, die auf einem Magazin-Theme basiert, um Social Network-Funktionen erweitern.

    Jetzt mein Problem: Wie konvertiert man eine normale WordPress-Installation in eine MU-Installation. Hat da schon jemand Erfahrungen gemacht? Oder ist BuddyPress eben nur zum Zusammenführen von Multi-Blog-Portalen geeignet.

    Ich freue mich auf Euer Feedback!

    Alex

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  8. oh klasse, danke schon mal für den Tipp. Bin seit heute auch am Twittern und werde mich gleich mal an die Mailingliste wenden… Übrigens scheint das neue Socialtext 3.0 zumindest schon mal Wiki- und Social Networking-Funktionen zu vereinen. Wenn das nur nicht so teuer wäre – bin gespannt, wann die Open Source Version 3 steht…

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  9. Hoffe, das hilft weiter. Bin gespannt, wie sich BuddyPress dann bewährt :-)

    Socialtext: Ja, die Funktionalität klingt sehr gut – Erfahrung habe ich damit allerdings auch keine…

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