Lesetipps zum Wochenende (KW 25)

  1. Heute spiele ich mal wieder mit Storify und probiere, wie sinnvoll das Tool ist, um die Lesetipps zusammenzustellen. Sollte irgendwas schief aussehen, entschuldige ich mich schon jetzt dafür – still learning. Nun aber los:

    Online-PR
  2. Pinterest: Mal wieder ein Beispiel, wie die Bilderplattform genutzt werden kann – diesmal von der First Lady im Sinne der Wahlkampfunterstützung:
  3. Youtube & SEO: Wie funktioniert das denn?
  4. Twitter & PR: Nein, nicht jedes Unternehmen muss twittern. Kleiner Hinweis in eigener Sache.
  5. Facebook: Dan Zarella hat Facebook-Posts analysiert und angeschaut, wie Timing, Art des Posts etc. die Interaktion der Nutzer beeinflusst. An sich keine ganz neuen Erkenntnisse, dafür gibt’s diese nun gebündelt als Türrahmeninfografik, die ich lieber nur verlinke. Und wer die Erkenntnisse beachtet, muss vielleicht gar nicht so viel wirbeln, wie er meint. Kleine Überleitung zur Rubrik:
  6. Netzzeugs


    Slow Media: Thilo Specht hat sich intensiv mit dem Brei beschäftigt, der durch häppchenweise Echtzeitkommunikation produziert werden kann und empfiehlt, sich nicht von Content verteilenden Hektikern, die eher eine Rolle als Kommunikationsanimateure spielen, anstecken zu lassen.
  7. Demokratiefeind Shitstorm: FAS-Autorin Amann greift den Verlauf der ACTA-Diskussion auf und sieht Gefahren für die Demokratie, da durch die Proteste im Netz Politiker getrieben gewesen seien so dass eine offene und damit demokratische Debatte nicht mehr möglich gewesen sei – „Governance by Shitstorm“ nennt sie dies.
  8. Handwerk Shitstorm: Passend dazu greift Golem eine Anleitung auf:
  9. Wissenschaft & Bildung

    Bildungsbericht: Diese Woche wurde die aktuelle Studie für Deutschland vorgestellt. Ganz prima: Der Anteil der Abiturienten steigt. Die dunkle Seite: Jeder fünfte Schüler wird abgehängt. taz-Bildungsredakteur Christian Füller findet deutliche Worte:

    „Nein, bildungsferne Schichten sind kein Naturgesetz. Sie werden von unfähigen Kultusbürokratien und abitursüchtigen Politikern gemacht. Solchen, die zulassen, dass viele unserer Schulen in Wahrheit Unterschichtsfabriken sind. Politikern, die es im 21. Jahrhundert nicht stoppen können, dass zehnjährige Kinder nach ihrer sozialen Herkunft aussortiert werden. Und das in einem Land, in dem die Hochqualifizierten im Minutentakt in Rente gehen.“

    Open Data: Ein Report der Royal Society empfiehlt für die Wissenschaft eine systematische Open Data-Strategie und entsprechende Werkzeuge und qualifizierte Leute, damit Forschungsdaten ideal genutzt werden können.
  10. … und in eine ähnliche Richtung gehen die Empfehlungen einer Arbeitsgruppe der deutschen Internet-Enquete:
  11. Twitternutzung: Nicht als Ranking, sondern als Quellenliste für Interessierte an twitternden Wissenschaftseinrichtungen, Hochschulen und Wissenschaftsmedien empfiehlt sich Beatrice Luggers aktualisierte Liste (unser @mediencampus scheint nicht ins Schema zu passen ;)
  12. Lebenshilfe

    Jaja, die Urlaubszeit beginnt, und ich hab mich über folgenden Tweet prima amüsiert:
  13. TOnline_Eltern
    Stillen auf der Überholspur, Kind vergessen, Teddy über Bord – was tun? #ADAC-Experten geben Tipps: http://bit.ly/KCxjUf

    Fri, Jun 22 2012 05:09:02

Lesetipps zum Wochenende (KW 23)

Morgen früh möchte ich mit meinen Studenten wieder besprechen, was sich in der PR- und Social Media-Welt in den vergangenen Tagen so getan hat. Ein paar dieser Themen bereite ich mal in den Lesetipps auf und bin gespannt, auf welche die Studenten noch kommen. Wer nur meine nachbetet, hat seinen Job nicht gemacht ;)

Vorsicht, ungesund. Noch ein Fundstück am Wochenende.

PR und Management

  • So kann man Transparenz schaffen: Der Grünen-Abgeordnete im Europaparlament Sven Giegold listet auf, mit welchen Lobbying-Organisationen er wann zu welchem Thema Gespräche geführt hat.
  • PetaXXX – oder: Sex sells. Nach dieser Devise laufen Kampagnen der Tierschützer von Peta schon lange. Jetzt begeben sie sich direkt in den virtuellen Rotlichtbezirk und die Netzpiloten erklären das Ganze.
  • Human Resources sind nach derzeitigem Konzept kontraproduktiv, meinte Heiko Fischer bei TEDx vor einigen Monaten. In einem Interview konkretisiert er. Fazit: Unternehmen sollten nicht nur auf Gewinn achten, sondern auf gesellschaftlichen Gewinn und damit verbunden die Unternehmenskultur so ändern, dass Mitarbeiter nicht Befehlsempfänger sind, sondern sich verwirklichen könnten. Klingt für PR-Ohren nicht gerade fremd.
  • Mal ein kleines, Pinterest-taugliches Fallbeispiel: Die Allianz setzt im Personalmarketing eine Infografik ein.
  • Blogger Relations: Skoda ist in den letzten Wochen häufig Thema von Autobloggern gewesen. Sebastian Bauer (passiondriving.de) lobte im Interview mit w&v Skodas offenen Dialog mit Bloggern und betont die Bedeutung der Autoblogger, die sich in den letzten Jahren etabliert haben. (Disclosure: Als Sparringspartner diskutiere ich gelegentlich mit den Verantwortlichen von Skoda deren Social Media-Strategie.)

 

Social Media und Internet

Studien

  • Facebook, Youth and Privacy in Networked Publics: Die in den USA durchgeführte Studie zeigt, dass Jugendliche und junge Erwachsene in sozialen Netzwerken weit weniger unbedarft sind als es manche Medienberichte glauben lassen. Vielmehr ist klar zu erkennen, dass sie sich mit Fragen der Privatsphäre beschäftigen und überwiegend deutlich striktere Einstellungen zur Privatsphäre (z.B. auf Facebook) vornehmen.
  • Reputation: BMW an der Spitze. Das Reputation Institute hat ein aktuelles globales Ranking vorgestellt. Reputationsfaktoren sind unter anderem, ob man sich vorstellen kann, bei einer Firma zu arbeiten, ob man sie im eigenen Netzwerk haben möchte und klar: Der mögliche Kauf und die Empfehlung sowie ein mögliches Investment werden auch einbezogen.

Lebenshilfe

Lesetipps zum Wochenende (KW 17)

Nachdem ich ein paar Wochenenden mit den Lesetipps ausgesetzt habe, ist’s Zeit, diese Rubrik mal wieder anzukurbeln und ein paar Links, die mir in den letzten Tagen begegnet sind, zu empfehlen.

Howto: About-Seiten
Aktuell läuft noch eine Blogparade, die das Webmaster Friday-Blog ausgerufen hat und zwar zur Frage, was eine gute About-Seite eines Blogs bieten sollte. Gehe ich von Corporate Blogs aus, sollte aus meiner Sicht diese Seite für das Erwartungsmangement genutzt werden. Dazu dürften die berühmten W-Fragen ganz hilfreich sein – wer bloggt was warum und für wen – und welche Regeln gelten für Autoren und Diskutanten? Ausgefeiltere Antworten sind in den Trackbacks beim Webmaster Friday.

Relaunch: zdf.de
zdf.de hat gerade einen Relaunch hinter sich. Meinungen dazu hat unser Online-Journalismus-Absolvent Martin Hoffmann via Storify eingefangen.

Imageeffekte: Facebook vs. Corporate Website
ethority hat sich eine Untersuchung des Web Excellence Forum (WebXF) angeschaut, in der Facebook-Fanseiten und Corporate Websites einander gegenübergestellt wurden. In Kürze: Facebook-Seiten verbessern in der Tendenz das Unternehmensimage; Corporate Websites wirken aber stärker und differenzierter. Fazit: Am sinnvollsten scheint, in Facebook präsent zu sein, um von dessen großer Community zu profitieren und die gewonnenen Fans dann auf die Corporate Website zu locken. Eine andere Herausforderung in diesem Zusammenhang: Wer eine Facebook-Seite einmal liked, kommt selten darauf zurück, sagt eine andere Studie, die in der Karrierebibel vorgestellt wurde.

Shitstorm im Rollenspiel
Michael Kausch hat in einem Online-Experiment mit Studenten der Hochschule Würzburg einen Shitstorm durchgespielt – live und in Farbe. Das Vorgehen im Rollenspiel rund um die erfundene Fränkische Bratwurstmanufaktur erklärt er ausführlich. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen hin- und her gerissen: Einerseits ist das Durchspielen solcher Rollen für die Studenten sicher ein super Lerneffekt, und wie man zum Beispiel negative Fundstücke aus der Suchmaschine durch eigenen Beiträge verdrängt, kann man nur so lernen. Andererseits: Es wurde mit Communities wie jene von chefkoch.de gespielt (es ging um die Qualität der Manufaktur-Wurst) – für mich ist das schon ein bisschen grenzwertig. Umso wertvoller die Erkenntnisse und Tipps bei Michael Kausch.

Lesetipps zum Wochenende (KW13)


In den heutigen Lesetipps geht es um ein besonders bitteres Thema, Emden, ums Urheberrecht und natürlich gibt wieder Hinweise zu lesenswerten Beiträgen rund um Online-PR.

Polizei-PR und Medien

Ist es der Versuch, Transparenz herzustellen? Ist es mangelnde Routine, (gefühlte) Notwendigkeit angesichts eines enormen Mediendrucks oder gar Geltungssucht, wenn in einer Pressekonferenz zu polizeilichen Ermittlungen zu viel bekannt wird? Die Öffentlichkeitsarbeit von Polizei und Staatsanwaltschaften ist bei spektakulären Verbrechen immer ein Drahtseilakt. Meist wird jedoch der Blick vor allem auf die bösen Medien (die natürlich nach Headlines lechzen) und auf das noch bösere Netz gelenkt. Im Fall von Emden, in dem es nach dem Mord an einem Mädchen sehr früh auf einer Pressekonferenz detaillierte Auskünfte zu einem Verhafteten gab, in dem zuvor schon Lynchaufrufe durch das Netz geisterten und sich ein Mob vor einer Polizeistation versammelte, wird zumindest vereinzelt auch die Rolle der PR thematisiert. Zumal sich kurz darauf zeigte, dass der zum Mörder Geschriebene unschuldig war. Sehr kritisch äußerte sich u.a. der Strafrechtler Prof. Henning Ernst Müller in seinem Blog und stellte klar:

„Die Presse kann Auskunft verlangen, aber wenn es ermittlungstechnisch unpassend ist, braucht niemand zu antworten. Wenn eine Information geeignet wäre, die Unschuldsvermutung faktisch außer Kraft zu setzen, dann darf diese Auskunft nicht erteilt werden.“

Mir scheint, in diesem Fall kam eine schlimme Mischung aus PR-Fehlern und überzogener Berichterstattung einiger Medien zusammen. Mit katastrophaler Auswirkung: Denn das Leben des unschuldig angeprangerten Jugendlichen in Emden ist vermutlich weitgehend zerstört.

Tatort Urheberrecht

Ein anderes im Netz intensiv diskutiertes Thema diese Woche war der offene Brief von 51 Tatort-Drehbuchautoren zum Thema Urheberrecht. Aus ihrer Sicht sollte alles so bleiben, wie es ist. Schnell und vielstimmig wurde an diesem Statement kritisiert, dass gerade diejenigen, die von sicheren öffentlich-rechtlichen Geldern finanziert werden, in dieser Sache nur mäßig glaubwürdig seien. Zudem, so zum Beispiel Marcel Weiß, hätten die Autoren keinen Diskussionsbeitrag, sondern ein „Basta-Pamphlet“ abgeliefert, das wohl mehr dem Lobbyismus der Verwertungsindustrie denn der ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema diene. Mir ging da durch den Kopf, dass ich bereits vor gut 15 Jahren als Freiberufler alle denkbaren Verwertungsrechte an einige Verlage abtreten musste.

Online-PR

Mit der CEO-Kommunikation hat sich Jana Beuter im PR-Blogger beschäftigt. Sie zeigt am Beispiel von Bill Mariott, wie das mit Hilfe eines CEO-Blogs funktionieren kann und verweist darauf, dass das Thema in Deutschland in den Kinderschuhen steckt. Da ist nach meinem Eindruck vieles auch eine Frage der Haltung.

Entscheidet sich ein CEO (oder ein Blogger, ein Politiker oder Journalist), zum Beispiel in Facebook aktiver zu sein, stellt sich die Frage, ob er ein Profil oder eine Seite anlegt. Futurebiz zeigt die Unterschiede.

Holger Schmidt hat ausführlich beleuchtet, wie Konzerne Social Media (v.a. Facebook und Twitter) nutzen und greift dabei auf verschiedene Untersuchungen zurück. Eines der Ergebnisse: Kommunikation kommt für deutsche Unternehmen in diesen Kanälen vor Kommerz. Anders ausgedrückt:

„Als Kaufhaus ist Facebook ein Flop. (…) Schlimmer noch für Facebook: Informationen für Kaufentscheidungen suchen und finden die Nutzer an vielen Stellen im Netz – aber nur ganz selten auf Facebook.“

Quelle hierfür ist der so genannte „Digital Influence Index“ von Fleishman Hillard. Nun gut, wirklich überraschend (und vor allem problematisch) ist das aus meiner Sicht nicht. Viel spannender sind für mich die 14 Statements aus Dax-Unternehmen, in denen die Verantwortlichen für Social Media einen Einblick in ihre Strategien geben.

Abschließend noch ein Blick nach Österreich: Dort haben Kollegen der Uni Wien die politische Twitter-Sphäre analysiert, und zwar so, dass allein der Methodenteil einen Blick lohnt, wie Alexander Stocker zeigt.

Lesetipps zum Wochenende (KW11)

Ehrlich gesagt fand ich den Liveticker zur Wahl des Bundespräsidenten nicht so spannend, also blieb mir die Zeit, ein paar Lesetipps zu sammeln.

Und weil’s heute ein so politischer Sonntag ist, bleibe ich ein bisschen in diesem Umfeld und starte mit drei weniger schönen Themen.

Das erste reiche ich von letzter Woche nach und stand in der FTD. Tenor: Der Bachelor reicht nicht mehr. Unternehmen, die Nachwuchs suchen, möchten Master-Absolventen, heißt es unter Berufung auf eine Umfrage unter Personalern. Na klar, möchte man da gern sagen – und dann am besten als Praktikanten einstellen. Ok, sehr polemisch. Ich würde es so sehen: Ein Bachelor ist so viel wert, wie eine dreijährige Ausbildung eben wert sein kann. Besonders bitter ist für meinen Geschmack, dass die Abkehr von Diplom und Magister vor allem Studenten schneller in einen Job bringen sollte – und jetzt sagen jene, die die Arbeitsplätze zu vergeben haben, diese Studenten hätten nicht genug gelernt. Ich geb’s zu: Auch ich hätte sehr gern am Diplom festgehalten. Dennoch: Die Bachelor-Absolventen bringen nach drei Jahren eine Menge mit, pauschal nach Master-Absolventen zu schielen, halte ich für unredlich.

A propos: Beim nächsten Aufreger mache ich mir die Verärgerung meines Kollegen Klaus Meier zu eigen, und zwar über die Berichterstattung in einigen Medien zu dem schrecklichen Busunglück in der Schweiz. Was sonst soll es sein als Sensationsgier zur Auflagensteigerung, wenn die BILD mit Fotos von toten Kindern aufmacht. Dazu gab es doch nach Winnenden schon genügend Diskussionen und dazu gibt es doch schon immer einen Pressekodex.

Ein ziemlich sperriges, aber auch nicht gerade tolles Thema ist die ÖPP Deutschland AG. Noch nie gehört? Es handelt sich um das entscheidende Beratungsunternehmen für die öffentliche Hand, wenn es um das Einfädeln von Public Private-Partnerships (PPP) geht. De facto aber könne das Ganze als intransparente Lobbyveranstaltung der Finanzwirtschaft gesehen werden, obwohl der Bund Mehrheitseigner ist. So lautet der Vorwurf verschiedener Medienberichte, die aktuell von LobbyControl aufgegriffen und ergänzt wurden. Seltsam erscheint unter anderem, wie flott Ministeriale zwischen Behörde und Unternehmen wechseln und dass die wichtigste Fachzeitschrift, der Behördenspiegel, als kommunikatives Outlet einer Operation zu fungieren scheint, die vermutlich den Steuerzahler mehr kostet als sie bringt.

Noch ein bisschen Lesestoff, der einen vielleicht ein bisschen weiter bringt:

  • YouTube für Schulen: Hier gibt es für Lehrer bereits eine große Auswahl an Bildungsvideos, weitere können hinzugefügt werden. Die Idee ist, dass jede Schule festlegen kann, welche Videos aus ihrem Netz zu sehen sind anstatt pauschal die Plattform zu blockieren. Schließlich gibt’s dort ja wirklich eine Menge nützlicher Videos für den Unterricht.
  • Mehr Interaktion für Facebook & Co. durch Beiträge am Wochenende, schreibt Futurebiz und zeigt dies anhand einiger Zahlen.
  • Online-Shopping + Social Media-Bausteine: Seit September 2011 betreut ein siebenköpfiges Social-Media-Team den neu kreierten Nestlé Marktplatz, so das PR-Agentur-Blog. Damit sorge das Unternehmen mit Transparenz und Hintergrundinformationen für ein entspanntes Verhältnis zu den Verbrauchern.

Und zum Abschluss noch eine Präsi von Daniel Rehn (Disclosure: Absolvent von mir). Er hat bei der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing (BAW) unterrichtet, und zwar zu Social Media Relations & Kultur.

 

So viel für heute. Ach ja, jetzt haben wir einen neuen Bundespräsidenten. Gut, dass die taz am Freitag schon mit einem Starschnitt aufgemacht hatte…